Paulas Nachrichten

Wetterforschung auf dem Schiff

04.11.2017, Von Maria Berentzen — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Polarstern ist häufig in sehr kalten Regionen unterwegs – in der Arktis und der Antarktis etwa

Wie das Wetter am nächsten Tag wird? Das wollen viele Menschen wissen. Damit die Vorhersage möglichst genau ist, sammeln Fachleute Wetterdaten. Sogar weit weg von Deutschland auf dem Meer: auf dem Forschungsschiff Polarstern.

Auf der Polarstern wird ein Wetterballon in den Himmel geschickt. Foto: Alfred-Wegener-Institut/Steuer

BREMERHAVEN. Brrr, ist das kalt hier! Trotzdem muss jetzt jemand rausgehen. Denn hier auf dem Forschungsschiff Polarstern werden wichtige Aufgaben erledigt. Zum Beispiel muss ein Wetterballon pünktlich vom Deck des Schiffs in die Luft geschickt werden – egal wie ungemütlich es draußen ist.

Eiskalt ist es dort sowieso eigentlich immer. Wissenschaftler fahren mit dem Schiff in die Arktis oder in die Antarktis, um dort zu forschen. Das Wetter ist dort ganz anders als bei uns. Nicht nur viel kälter, es stürmt auch oft heftig.

Die Forscher an Bord brauchen für ihre Arbeit eine zuverlässige Wettervorhersage. Zum Beispiel, wenn sie mit dem Hubschrauber die Umgebung erkunden wollen. Sollte dann ein schwerer Sturm aufziehen oder Nebel, könnte das gefährlich werden. Auch Fahrten mit dem Schiff können unangenehm werden, falls es stürmt oder heftig schneit.

Zum Schiff gehört eine eigene Wetterwarte

Oliver Sievers kennt sich gut mit dem Wetter aus. Er ist auch schon auf der Polarstern mitgefahren. Denn zum Schiff gehört eine eigene Wetterwarte. Dort werden für den Deutschen Wetterdienst alle Daten aus der Umgebung gesammelt. Der Arbeitstag beginnt morgens um 6.30 Uhr. Auch am Wochenende! Denn die Wissenschaftler auf dem Schiff forschen jeden Tag und benötigen dafür eine Vorhersage.

Auch deshalb lässt ein Techniker täglich einen Wetterballon aufsteigen. Der trägt eine kleine Sonde: Sie misst Luft-Temperatur, Wind und Luftfeuchtigkeit. Mit Hilfe dieser Daten erstellen die Techniker in der Wetterwarte an Computern eine Vorhersage. Alle drei Stunden geht jemand an Deck. „Die Daten reichen nicht immer aus“, sagt Oliver Sievers. „Daher ist es wichtig, sich selbst ein Bild vom Wetter zu machen.“

Je nach Wetterlage wird die Route festgelegt

Ihre Vorhersage besprechen die Mitarbeiter immer nach dem Frühstück und um 18 Uhr mit dem Kapitän. Dabei beraten sie den Kapitän auch, wie das Schiff weiterfahren soll. Wird etwa auf der geplanten Route ein Sturm erwartet, kann der Kapitän einen anderen Weg wählen.

Aber nicht nur die Leute auf dem Schiff nutzen diese Daten. Sie werden auch in ein weltweites Netz eingespeist. Das ist wichtig, weil es sonst nur wenige Daten aus der Luft über dem Meer gäbe. Das Wetter dort ist zwar noch weit vom Land entfernt, beeinflusst es aber trotzdem. So helfen diese Daten anderen Wetter-Experten, bessere Vorhersagen zu machen, zum Beispiel auch für Deutschland.

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