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Traumberuf Kapitän: Wind, Wellen – und Technik

01.07.2015, Von Silke Fokken — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Kapitän und die Besatzung müssen die gesamte Technik an Bord beherrschen – und notfalls auch was reparieren können

Gegen Piraten kämpfen und Segel flicken – bei dem Beruf Seefahrer denken viele an das Leben auf See in früheren Zeiten. Heute ist die Arbeit auf Schiffen ganz anders, aber immer noch etwas Besonderes.

„Ich werde zum Glück nicht seekrank“, sagt Patrick Ehnert. Foto: Silke Fokken

Es schaukelt. Patrick Ehnert hat bei seiner Arbeit keinen festen Boden unter den Füßen. Er ist Seefahrer, genauer gesagt Kapitän. Er steuert eine Fähre mit fast 600 Gästen an Bord durch die Elbe und die Nordsee. An manchen Tagen schlagen die Wellen so hoch, dass vielen Leuten übel wird. „Ich werde zum Glück nicht seekrank, sonst könnte ich diese Arbeit gar nicht machen“, sagt Patrick Ehnert.

Als Kapitän ist er der Chef des Schiffes und hat die Verantwortung. Der 35 Jahre alte Mann hat blonde Haare und trägt ein weißes Hemd. Er sitzt zusammen mit zwei Kollegen auf der Brücke. So heißt die Kommandozentrale ganz vorne und oben am Schiff. Von hier haben die Seeleute einen guten Blick auf die Fahrrinne. Sie sehen, wenn ihnen – wie jetzt – ein Segelboot in die Quere kommt.

„Was macht der denn da?!“ Der Kapitän schüttelt den Kopf. Dann drückt er die Hupe. Der Segler schreckt auf, das Boot dreht ab. Zum Glück hat der Kapitän aufgepasst. „Wir haben hier Vorfahrt. Der Segler muss in diesem Fall ausweichen“, sagt Patrick Ehnert. Solche Regeln der Schifffahrt hat er im Studium gelernt. „Ein Schiff zu steuern ist zwar ähnlich wie Autofahren“, findet er, „es gehört aber noch viel mehr dazu.“

Als Kapitän sieht er nur Wasser – keine Straßen oder Schilder, die ihm helfen, den Weg zu finden. Bei der Fahrt über Flüsse und Meere erkennt er zudem nur, was auf dem Wasser passiert. Aber nicht, was darunterliegt. „Das muss man aber wissen und beachten, damit es keinen Unfall gibt“, erklärt Patrick Ehnert. Er und seine Kollegen nutzen deshalb eine ausgeklügelte Technik.

Auf der Brücke gibt es diverse Knöpfe und Schalter sowie mehrere Monitore. Elektronische Seekarten zeigen beispielsweise, wie tief das Wasser ist und auch wo das Ufer beginnt. „Wenn es nebelig oder dunkel ist, kann man das sonst nicht erkennen“, sagt der Kapitän. Zusammen mit der Besatzung muss er die Technik an Bord beherrschen – und notfalls auch reparieren können: „Wenn auf See etwas kaputtgeht, ist ja keine Werkstatt in der Nähe“, sagt Patrick Ehnert.

Der Kapitän sieht zwar entspannt aus, aber seine Arbeit ist anstrengend. „Man muss immer alles im Blick behalten und sich konzentrieren“, sagt Patrick Ehnert. Trotzdem hat er seinen Traumberuf gefunden. „Ich kann mir nicht mehr vorstellen, etwas anderes zu machen.“

„Es ist schön, diese Ruhe auf dem Meer zu haben“, findet er. Als Seefahrer ist er schon über viele Meere geschippert. Er habe fremde Länder gesehen und Dinge erlebt, die viele andere nie zu sehen bekämen, erzählt der Kapitän. „Ich bin zum Beispiel mal zur Antarktis gefahren und habe Pinguine, Seeleoparden und das ganze Eis gesehen. Das werde ich nie vergessen.“

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