Paulas Nachrichten

Paula will nicht Jutta heißen

08.04.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in letzter Zeit komme ich immer noch viel lieber in die Redaktion. Der Andreas weiß auch warum. Ich freue mich über die vielen Postkarten und E-Mails. Ihr macht ja ganz fleißig bei meinem großen Quiz mit! Vielen Dank dafür!

Der Andreas legt mir dann immer schon die vielen Karten und die vielen, vielen ausgedruckten E-Mails mit den Lösungswörtern hin. Denn sehr viele Kinder schicken mir immer die richtige Lösung. Ihr seid richtig schlau! Der Andreas verbindet mir die Augen. Dann ziehe ich den Gewinner.

Gestern haben wir das wieder so gemacht. Der Andreas hat zu mir gesagt: „Na, da ist ja wieder meine kleine, liebe Justitia! Na, dann greif’ mal zu!“

Ich wollte ihn angucken wie ein Auto. Mit ganz großen Augen. Aber er konnte die ja nicht sehen. Ich hatte ja die Augen verbunden. Deshalb habe ich lieber mal losgeschnattert: „Jutta? Ich heiße doch nicht Jutta oder so! Ich bin die Paula!“ Ich sage doch auch nicht, äh, äh, Fridolin oder so zu dir!“

Der Andreas musste lachen. „Ja, ja, ist ja schon gut. Ich habe ja auch nicht Jutta zu dir gesagt. Dabei ist das ja auch ein schöner Name, oder? Ich habe Justitia gesagt. Aber jetzt ziehe erst mal den Gewinner. Dann erkläre ich dir das. Sonst fällst du blind wie du bist noch in den Karton und dann muss ich dich rausziehen. Aber eine aufblasbare Paula-Figur bekommst du nicht! Schließlich bist du ja eine Zeitungsmitarbeiterin. Zeitungsmitarbeiter dürfen nicht mitmachen beim Quiz. Und ihre Kinder auch nicht. Die Armen!“

Ich habe dann einen Gewinner gezogen. Dann habe ich mir gleich das Tuch von den Augen runtergezogen. Und ich habe zum Andreas gesagt: „So, jetzt erkläre mir mal das mit der Justidingsda!“

„J-u-s-t-i-t-i-a heißt das“, hat der Andreas noch einmal ganz langsam zu mir gesagt. „Und die hat halt auch immer die Augen verbunden!“

„Ach so“, habe ich gemeint, „macht die auch immer ein Quiz?“

„Nein“, hat der Andreas lachend gesagt. „Die macht kein Quiz. Und sie hat auch immer eine Waage dabei.“

„Ach“, habe ich mich gefreut, „dann ist die eine Bäckerin. Dann kann die immer das Mehl abwiegen. Und den Zucker und so. Aber mit verbundenen Augen backen? Das finde ich blöd, weil . . .“

Der Andreas hat mich jetzt einfach unterbrochen. Er hat gesagt: „Nein, nein, die bäckt auch nichts, die Justitia. Die hat schließlich immer noch ein Schwert dabei.“

Das fand ich jetzt aber sehr komisch. „Was? Was will denn die mit dem Schwert?“, habe ich geschnattert. „Und dann hat sie auch noch die Augen verbunden. Da kann doch gleich was passieren! Was ist denn das für eine?“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Keine Angst, Paula. Denn eigentlich gibt es die gar nicht. Bei den alten Römern war die Justitia die Göttin der Gerechtigkeit. Deshalb hat man ihr als Figur und auf Bildern immer eine Waage mitgegeben. Damit sie allen ganz gerecht aufgeteilt etwas geben kann.“

„Na gut“, habe ich gemeint, „so eine Waage ist ja in Ordnung. Aber ein Schwert . . .“

„Na ja“, hat der Andreas weiter erklärt. „Später dann, in der Ritterzeit und auch heute, hat man sich die Justitia anders vorgestellt. Sie steht dann nicht nur für die Gerechtigkeit. Sie steht auch für die Rechtsprechung. Das machen ja die Richter. Deshalb gibt man ihr weiter die Waage. Der Richter soll ja alle Sachen in einer Verhandlung genau abwägen. Er soll also alles ganz genau überlegen. Dann soll er erst ein Urteil fällen. Ja, und dann kommt das mit dem Schwert. Das Urteil muss dann natürlich umgesetzt werden. Wenn einer abhauen will, wird er gefangen. Dazu hat die Polizei auch heute noch Waffen. Früher hatte man dafür auch Schwerter.“

„Ja, aber dann ist das mit den verbundenen Augen aber doch echt doof“, habe ich gemeint. „Wie soll der Richter sich denn alle wichtigen Sachen genau angucken mit verbundenen Augen? Und wie soll er mit seinem Schwert einen Bösewicht fangen mit verbundenen Augen? Das verstehe ich nicht!“

„Das hast du dir gut überlegt, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Aber du solltest dich mit verbundenen Augen mal sehen! Du siehst wie die Justitia aus. Bei der bedeutet das nämlich: Ich fälle ein gerechtes Urteil, egal wer vor mir steht. Ein Reicher oder ein Armer. Ein Kleiner oder ein Großer. Vor dem Gesetz sind alle gleich. Und du hast ja auch einen guten Grund für das Tuch vor den Augen: Du willst irgendjemanden als Gewinner ziehen. Und du willst dir keinen aussuchen. Alle sollen die gleiche Chance haben!“

„Na gut“, habe ich gemeint, „dann bin ich halt Paula Justitia. Aber Paula Print klingt schöner.“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Na ja, wie wäre es dann doch mit Paula Jutta Print?“ Eure Paula

Paulas Nachrichten

Jungs suchten Fledermäuse

Bei der Suche nach Fledermäusen haben sie eine Höhle entdeckt

Fünf Jungs suchen nach Fledermäusen. Sie sehen, wie die Tiere aus einem Felsspalt herausfliegen. Dort klettern sie hinein und finden eine riesige Höhle.

MADRID (pm). Das ist vor genau…

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