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Eine Königin ohne Krone Ohne Bienenkönigin überlebt kein Bienenvolk

23.05.2015, Von Jennifer Heck — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Bienenstock ist die Königin die wichtigste Biene. Denn ohne sie könnte das Volk nicht überleben.

Wer lebt in einem Bienenstock?

BERLIN. Eine Krone hat sie nicht. Eine Königin ist sie aber trotzdem: die Bienenkönigin. Sie ist die wichtigste Biene im Bienenstock. Sie herrscht über das Volk. Das bedeutet aber nicht, dass sie das Sagen hat.

„Die Königin allein kann nichts entscheiden“, sagt Erwin Biller. Er züchtet Bienen, ist also Imker. Die Königin hat aber eine sehr wichtige Aufgabe für das Bienenvolk: Sie legt jeden Tag viele Eier, um für Nachwuchs zu sorgen. „Ohne Bienenkönigin überlebt kein Bienenvolk“, sagt der Imker.

Weil die Königin so wichtig ist, sorgen andere Bienen für sie. Sechs bis acht Stück kümmern sich die ganze Zeit um ihre Herrscherin. Diese Gruppe von Bienen nennt man Hofstaat. „Sie putzen, betasten und füttern die Königin“, sagt Herr Biller. Außerdem scheidet die Königin Duftstoffe aus. Diesen Duft nimmt der Hofstaat auf und verbreitet ihn im ganzen Bienenvolk. So ist das Volk für Bienen unverwechselbar.

Die meiste Zeit lässt der Imker seine Bienen allein arbeiten. Einmal die Woche aber kontrolliert er sie. Der Imker hält dabei Ausschau nach der Königin. Sie ist leicht zu erkennen. Sie hat einen längeren Hinterleib und ist etwas größer als die anderen Bienen. Außerdem hat der Imker ein Nummernplättchen auf ihrem Rücken befestigt.

„Ich sehe sie in der Regel bei der Kontrolle“, sagt Herr Biller. „Aber wenn ich sie mal nicht sehe, bin ich nicht besorgt, solange ich Eier sehe.“ Denn die Königin legt jeden Tag in viele Zellen je ein Ei. Nach drei Tagen schlüpft eine Larve aus den Eiern. „Wenn Eier da sind, weiß ich auf jeden Fall, die Bienenkönigin war bis vor drei Tagen mindestens noch da“, sagt Herr Biller.

Es kommt nämlich vor, dass die Bienenkönigin sich aus dem Staub macht. Das passiert, wenn der Platz für die Bienen im Stock zu eng wird. Dann versucht das Bienenvolk, sich in zwei Völker zu teilen.

Dazu braucht es zunächst eine junge Königin, die die Nachfolge im Bienenvolk antritt. „Bevor die neue Königin aus ihrer Zelle schlüpft, fliegt die alte Königin mit einem Teil des Volkes aus und sucht eine neue Bleibe“, erklärt Erwin Biller. Aus einem Volk werden zwei. Das nennt man Schwärmen.

Imker versuchen, dieses Schwärmen zu verhindern. „Denn ich verliere dadurch etwa die Hälfte meiner Bienen in einem Stock“, sagt Herr Biller. „Außerdem fürchten sich die Leute, wenn ein großer, schwarzer Bienenschwarm über die Häuser und durch die Gärten zieht.“

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