Paulas Nachrichten

Der schönste Beruf der Welt

27.12.2014, Von Silke Fokken — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Tiere retten, pflegen und heilen

Viele Menschen träumen davon, Tierarzt zu sein. Oft geht es in diesem Beruf aber um Leben und Tod. Und jeder Tag ist anders.

Die Tierärztin Birga Brandner und ihre Patientin beim Ultraschall.

Ein Hund humpelt, eine Katze hustet, eine Riesenschlange mag nicht fressen: In der Tierarzt-Praxis von Birga und Bernhard Brandner ist immer etwas los.

„Wir wissen nie, wer an einem Tag alles vor unserer Tür steht. Das macht die Arbeit so spannend“, sagen sie. An diesem Morgen ist die Hündin Dalia als Erste da. Aufgeregt wuselt sie durch die Praxis. Richtig krank sieht Dalia nicht aus, aber sie hat neuerdings ein kleines Bäuchlein. Es könnte sein, dass die Hündin bald Welpen bekommt. Die beiden Tierärzte sollen das herausfinden. „Hab keine Angst, das tut nicht weh“, sagt Birga Brandner und streichelt den zappeligen Hund. Mit einem besonderen Gerät streichen die Tierärzte über Dalias Bauch. Es ist eine Ultraschall-Untersuchung. Dabei können die Tierärzte auf einem Computer-Bildschirm sehen, was im Bauch passiert. Und es stimmt: Dalia bekommt bald Babys. Die Tierärzte können auf dem Bildschirm erkennen, wie mehrere kleine Hundeherzen in ihrem Bauch schlagen.

In diesem Fall war die Sache einfach. Oft ist es aber auch knifflig herauszufinden, was mit einem Tier los ist. „Unsere Patienten können zwar sprechen, aber wir verstehen ihre Sprache nicht“, sagt Bernhard Brandner. „Deshalb stellen wir den Besitzern viele Fragen.“ Wie viel hat das Tier getrunken? Mag es noch fressen? Zusätzlich wird der Patient gründlich untersucht.

„Das ist ein bisschen wie ein Detektivspiel“, sagt Birga Brandner. „Und man freut sich, wenn man die Lösung findet und ein Tier gesund machen kann.“ Die Tierärztin knuddelt Dalia nach der Untersuchung.

Insgesamt bleibt zum Kuscheln aber wenig Zeit. „Wir beide haben Tiere lieb. Aber das allein reicht für diesen Beruf nicht», sagt Bernhard Brandner. «Man muss auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen.“ Denn der Beruf hat auch traurige Seiten.

Zum Beispiel wenn ein Tier so krank ist, dass die Tierärzte ihm nicht mehr helfen können. Manchmal sei es dann besser, das Tier einzuschläfern, sagen sie. Umso mehr freuen sich die Brandners, wenn sie ein Tier doch retten können. Für die beiden steht fest: „Tierarzt ist für uns der schönste Beruf der Welt.»

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