Sennerpokal 2017

Germanen spießen Köngen auf

24.07.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Das Halbfinale am Sonntagvormittag: Mohl Matchwinner im Elfmeterkrimi – TVU dreht Partie gegen Neuenhaus in fünf Minuten

Das Turnier der Sensationen fand auch im Halbfinale seine Fortsetzung. „Das ist ein Stück Sennerpokal-Geschichte“, flippte Turniersprecher Reimund Elbe aus, „das war an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten.“ A-Kreisligist SpVgg Germania Schlaitdorf hielt gegen den Landesligisten TSV Köngen ein 0:0 und gewann das Elfmeterdrama mit 3:2.

Pierre Funke und die Schlaitdorfer Germanen haben im Halbfinale die Hürde TSV Köngen im Elfmeterkrimi übersprungen.

Im zweiten Semifinale steuerte der TSV Neuenhaus fast eine Dreiviertelstunde auf Endspielkurs, dann aber machte der TV Unterboihingen binnen weniger Minuten aus einem 0:1 ein 3:1 und zog verdientermaßen ins Finale ein.

TSV Köngen – Germania Schlaitdorf 2:3 n.E.

Von Anfang an sein Heil in der Defensive suchen, sich total einigeln gegen einen großen Favoriten und aufs Elfmeterschießen hoffen? Nein, das war nicht das Ding des A-Kreisligisten aus Schlaitdorf. Die Truppe von Trainer Matteo Casisa mischte mit, versuchte immer wieder Nadelstiche zu setzen. Natürlich dominierten die Köngener, aber der Landesligist von der Fuchsgrube fand einfach kein Mittel, um die vielbeinige Abwehr der Germanen zu überwinden und seine optische Überlegenheit in Zählbares umzumünzen. Die beste Möglichkeit für den TSVK ergab sich erst ganz kurz vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Jonathan Woldai (SRG Stuttgart): Nach einer Ecke von Patrick Warth rammte Kevin Kaiser die Kugel mit dem Kopf Richtung Tor, den TSVK-Fans lag der Torschrei schon auf den Lippen, aber Dennis Werner kratzte die Pille von der Linie (30.). Ebenfalls nach einer Ecke hatte zuvor schon Kaiser und Max Pradler am langen Pfosten lauernd die Führung verpasst (22.).

Matteo Casisa schwor sein Team in der Pause ein, machte seine Spieler noch einmal richtig heiß. „Wir freuen uns aufs Finale“, spornte er seine Jungs an, und die kämpften mit dem Herzen eines Löwen, machten die Räume eng und blockten fast jeden Angriff des Favoriten erfolgreich. Je länger die Partei dauerte desto kesser wurde die Germania. Über den quirligen Sanna Sowe versuchte der Underdog zum Erfolg zu kommen. Im Abschluss fehlte jedoch die Präzision. Der Köngener Druck nahm wieder zu, aber der Elf von Trainer Alexander Thomas lief die Zeit davon. Fast hätten die Schlaitdorfer die bei diesem Turnier obligatorische Überraschung schon kurz vor Schluss geschafft, aber Simon Bauer verfehlte das Ziel aus spitzem Winkel um Haaresbreite (60.). Und dann ging’s doch ins Elfmeterschießen.

Das war Dramatik pur. Die Chronologie: Tobias Bartels traf zum 1:0. Köngens Kevin Kaiser drosch die Kugel in die Wolken und die Sensation nahm erste Formen an. Kevin Rock scheiterte aber an Felix Lache und alles war wieder offen. Sebastian Albrecht glich aus und dann brachte Lache die Köngener in Vorteil, indem er gegen Tonias Bauder parierte. Kim Ehrler brachte den Landesligisten mit 2:1 nach vorn, Sanna Sowe glich aus. Schlaitdorfs Keeper Mathias Mohl wurde dann zum Matchwinner. Zunächst hielt er den Schuss von Patrick Warth und nachdem Simon Bauer zum 3:2 getroffen hatte machte Mohl den Sack gegen Marvin Heth zu – er hielt erneut und die Germanen feierten, als ob sie schon das Endspiel gewonnen hätten.

TV Unterboihingen – TSV Neuenhaus 3:1

Die erste Chance hatte Migel Horeth, aber der verpasste knapp eine Eckball-Hereingabe (5.). Auf der Gegenseite zog Manuel Bahle von der Strafraumgrenze ab, doch war noch ein Unterboihinger Bein dazwischen (7.). Der TVU hatte dann mehr von der Partie, Neuenhaus lauerte auf Kontermöglichkeiten und machte den eigenen Strafraum dicht. Nico Kurz versuchte es per Kopf, doch TSV-Torwart Tim Seifried hatte aufgepasst (9.). Wenn sich für Neuenhaus dann einmal der Raum bot, ging es schnell nach vorne. Beim ersten dieser Konter rutschte Bahle beim Schussversuch noch weg, den zweiten Konter im Verbund mit Danny Bubeck nutzte Bahle dann aber zum 1:0, als er den Ball kaltschnäuzig am Torwart vorbei legte (23.).

Nachdem Schiedsrichter Simon Hofmann (SRG Stuttgart) die zweite Halbzeit angepfiffen hatte, zeigte Migel Horeth, dass er auch beim Freistoß torgefährlich ist, der über die Mauer gezirkelte Ball klatschte aber an die Latte (37.). Dann hatte Horeth zweimal kurz hintereinander die Riesenchance, schlug aber immer einen Haken zuviel, anstatt direkt abzuschließen. Zunächst hielt Seifried, dann war ein Verteidiger dazwischen. Darian Sepe zeigte kurz darauf, wie es geht, fackelte beim nächsten Vorstoß nicht lange und erzielte den längst verdienten 1:1-Ausgleich (42.). Nun schwamm die Neuenhäuser Abwehr und Nico Kurz nutzte das eiskalt zum 2:1 (44.). Als dann Seifried einen Kurz-Schuss nur abklatschen konnte, brauchte Alexandros Koroutzidis nur noch zum 3:1 abstauben (46.). Neuenhaus schien sich in sein Schicksal zu fügen, auch wenn noch der eine oder andere Angriffsversuch unternommen wurde, der TVU ließ aber beim Einzug ins Finale nichts mehr anbrennen.

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