Sennerpokal 2017

Der TV Unterboihingen wird zum 09-Schreck

24.07.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Das Achtelfinale am Samstagvormittag: Nürtinger unterliegen im Elferkrimi mit 10:11 – TSVO schlägt Grötzingen erst im Schlussspurt – Bahle lässt „Häfner“ jubeln

Der starke Regen in der Nacht auf Samstag hatte seinen Tribut gefordert, sodass sich die Turnierleitung dazu entschlossen hatte, die ersten beiden Spiele hintereinander auf dem Kunstrasenplatz auszutragen und die Achtelfinalspiele auf 2 mal 25 Minuten zu verkürzen, um wieder Zeit reinzuholen. Das hatte natürlich nicht allen in den Kram gepasst, aber zugunsten des weiteren Turnierverlaufs war es einfach unumgänglich.

In einem bärenstarken Spiel bezwang Landesligist TSV Köngen den Bezirksligisten TSV Neckartailfingen mit 3:1, der TSV Altdorf hatte beim 5:1 gegen die SPV 05 Nürtingen trotz eines Rückstandes keine Probleme. Zweimal ging es ins Elfmeterstechen: Germania Schlaitdorf beendete die Träume des TV Tischardt (7:5), der FV 09 Nürtingen scheiterte wie im Vorjahr am B-Kreisligisten TV Unterboihingen (10:11). Für Vorjahresfinalist TSV Wendlingen war gegen den TSV Grafenberg Endstation (0:2), Titelverteidiger TSV Oberensingen hatte mächtig Glück gegen den TSV Grötzingen, zog erst in der Schlussphase ihren Hals aus der Schlinge (2:1). B-Kreisligist der TSV Neuenhaus schaffte den Sprung ins Viertelfinale durch ein 1:0 gegen den TSGV Großbettlingen, der FC Frickenhausen ließ dem TSV Wolfschlugen beim 5:0 nicht den Hauch einer Chance.

TSV Neckartailfingen – TSV Köngen 1:3

Das erste Achtelfinale am Samstag, in dem gleich zwei Turniermitfavoriten aufeinander prallten, war das erwartete Topspiel. Die 5. Spielminute lief erst, nachdem Schiedsrichter Andreas Iby (SRG Esslingen) die Partie freigegeben hatte, da lag die Kugel schon im Netz. Kevin Kaiser war nach einem Freistoß per Kopf zur Stelle. Matteo Stefania, Köngens neuverpflichteter Akteur von der U19 des FC Heidenheim, zielte um Zentimeter am langen Pfosten vorbei (9.). Die Neckartailfinger boten Paroli, aber vor allem Cosimo Attorre entwickelte Pech. Einmal wurde dem einschussbereiten TSVN-Stürmer in letzter Sekunde der Ball weggespitzelt (17.), dann fehlten ihm bloß Zentimeter (25.). Da stand es allerdings schon 0:2, Max Pradler hatte nach einem langen Ball getroffen (20.).

Nach dem Seitenwechsel machte der Bezirksligist gewaltig Dampf. Manuel Eitel klärte in höchster Not gegen Patrick Siegert (30.). Der Ball wollte einfach nicht ins Tor und dazwischen streute der Landesligist aus der Fuchsgrube immer wieder brandgefährliche Konter. TSVN-Keeper Marc Vogelmann klärte aber gegen Stefania (32.) und Sebastian Veit (36.) glänzend. Als Manuel Schneider den TSVN per Foulelfmeter heranbrachte (41.), stieg die Spannung noch mehr. Aber der Ausgleich gelang nicht mehr. Stattdessen machte der eben erst eingewechselte Moubaroukou Yacoubou mit seinem ersten Ballkontakt alles klar (50.). Er sah fürs Trikotausziehen Gelb – und wenige Sekunden später nach einem Foul im Mittelfeld Gelb-Rot (50.+1).

TSV Altdorf – SPV 05 Nürtingen 3:1

Die SPV 05 hatte den besseren Start und ging gleich mit dem ersten gefährlichen Angriff in Führung. Artur Kunau bekam ein Zuspiel von links und netzte ein (5.). Das war der Weckruf für Altdorf, der TSV übernahm die Initiative. Dennis Stutz scheiterte zunächst noch an SPV-Torwart Marc Zahlik (7.), dann aber verwertete er eine mustergültige Flanke von Jannick Wenzelburger zum 1:1-Ausgleich (10.). Altdorf trug weiter die besseren Angriffe vor und ging verdient in Führung. Felix Rambow wurde links geschickt und machte mit einem überlegten Flachschuss das 2:1 (16.). Bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Hardy Wolf (SRG Esslingen) hätte Altdorf die Führung noch ausbauen können, der frei stehende Michael Kurz hätte besser selbst schießen als passen sollen (18.), denn Wenzelburger scheiterte an Zahlik (19.).

Auch im zweiten Durchgang machte der TSV das Spiel, die erste vielversprechende Chance hatte aber wieder Kunau, der knapp vorbei zielte (33.). Dann aber war der TSV in der Überzahl, nach einem Doppelpass hämmerte der freigespielte Stutz den Ball zum 3:1 ins Tor (36.). Auf der anderen Seite scheiterte Deniz Turan am herauslaufenden Torwart Nico Muthny (37.). Als Wenzelburger auf und davon war und das 4:1 machte, war die Partie gelaufen (43.). Manuel Kernchen setzte mit dem 5:1 den Schlusspunkt (47.).

Germania Schlaitdorf – TV Tischardt 7:5 n.E.

Marc Brändle war der Mann der ersten Halbzeit. Der Stürmer hatte für die stürmisch beginnenden Tischardter fünf gute Möglichkeiten, zweimal war er erfolgreich. Sein Doppelschlag in der 21. und 22. Spielminute bedeutete aber nicht etwa einen klaren Vorsprung für den TVT, sondern „nur“ das 2:2. Der Germanen hatten in die Drangperiode des B-Kreisligisten hinein eiskalt zugeschlagen und nach einer Ecke durch einen Kopfball von Tobias Bartels die Führung erzielt (6.). Als Simon Bauer das 2:0 nachlegte (17.), sah es gar nicht gut aus für die Elf von Jürgen Bauder. Doch als Schiri Florian Weigt (SRG Blautal/Lonetal) zur Pause bat, stand es Dank Brändle 2:2.

Nach der spektakulären ersten Halbzeit verflachte die Partie. Beide Teams scheuten das Risiko, Chancen zur Entscheidung waren äußerst selten. Schlaitdorfs Keeper Mathias Mohl verhinderte gegen Brändle einen Rückstand (40.), auf der Gegenseite kurz vor Schluss die dickste Gelegenheit im zweiten Durchgang: Sanna Sowe traf aber nach klasse Vorarbeit von Bartels das leere Tor nicht (48.).

Im Elfmeterschießen hatte die Germania das bessere Ende für sich. Bis zum 5:5 trafen alle Schützen, dann hämmerte Ben Twardygrosz das Leder an die Latte und Simon Bauer verwandelte den ersten Matchball sicher.

TSV Wendlingen – TSV Grafenberg 0:2

Zunächst neutralisierten sich beide Teams im Mittelfeld, dann kam Wendlingen etwas auf, zwei Distanzschüsse (9., 10.) brachten nichts ein. Grafenberg war effektiver, den ersten gefährlichen Angriff, über links, schloss Frieder Geiger zur 1:0-Führung ab (11.). Felix Rueß hatte dann den Ausgleich auf dem Fuß, doch seinen Schuss lenkte Torwart Danny Gutte zur Ecke (19.) und parierte einen Freistoß von Sascha Strähle (22.). Ciefena-Jona Ghebremariam setzte noch einen Freistoß neben den Pfosten (24.), dann pfiff Uwe Klemp (SRG Reutlingen) zur Halbzeit.

Wendlingen suchte weiter seine Chance und rückte auf. Das machte sich wieder Geiger zunutze, der alleine auf und davon zog und das Grafenberger 2:0 markierte (28.). Wendlingen steckte nicht auf, Tim Beck prüfte Torwart Gutte (30.). Die Lauterstädter drängten Grafenberg fast die gesamte verbleibende Zeit in ihre Hälfte, doch es fehlte die letzte Konsequenz, Torchancen waren Mangelware. Die Flanke des davongezogenen Yannick Frick fing Gutte noch vor dem heranstürmenden Julian Kömpf ab (46.), das war’s dann auch.

TSV Grötzingen – TSV Oberensingen 1:2

Nach einer Viertelstunde steckten die beiden TSVO-Trainer Peter Merkle (an der Linie) und Marcel Brandstetter (auf dem Feld) die Köpfe zusammen. Was tun, um zum Erfolg zu kommen? Der Bezirksligist dominierte zwar nach Belieben, aber bis auf eine Doppelchance in der 11. Spielminute durch Brandstetter (Pfosten) und Fatih Özkahraman (abgefälschter Nachschuss an die Latte) sah es an vorderster Front mau aus. Die Grötzinger kamen kaum aus ihrer Spielhälfte heraus, setzten urplötzlich aber einen Konter und führten völlig überraschend. Daniel Kegler leget quer und Tobias Fischer schob ein (18.), beide waren mutterseelenallein vor Ali Sahin aufgetaucht.

Mit einem Rückstand in die Pause zu gehen, damit hatten die „Sandhasen“ überhaupt nicht gerechnet. Der ganz große Sturmlauf blieb jedoch aus, die Grötzinger hielten den Ball mit großem Einsatz von ihrem Tor weg. Die Aichtaler profitierten zudem immer wieder von schlampigen Rückpässen der TSVO, konnten aber kein Kapital draus schlagen. Eine Volleyabnahme von Brandstetter nach einer Flanke von Daniel Schwindt (30.) und ein abgefälschter Schuss von Özkahraman (38.) waren die einzigen nennenswerten Oberensingen Offensivaktionen. Referee Hardy Wolf (SRG Esslingen) blickte schon auf die Uhr, da drehte der Titelverteidiger doch noch die Partie. Fatih Özkahraman glich aus (46.) und Michele Latte markierte mit einem umstrittenen Foulelfmeter den Siegtreffer (50.).

FV 09 Nürtingen – TV Unterboihingen 10:11 n.E.

Der TV Unterboihingen wird langsam aber sicher zum Sennerpokalschreck für den FV 09 Nürtingen. Der starke B-Ligist machte es dem Favoriten aus der Landesliga von Beginn überraschend schwer. Zwar hatte der FV 09 mehr Spielanteile und zwang die Unterboihinger tief in deren eigene Hälfte. Die mit Abstand beste Chance in Halbzeit eins hatte allerdings der TVU, als sich Alexandros Koroutzidis gegen zwei Nürtinger klasse durchsetzte, aus kurzester Distanz aber an Nullneun-Keeper Benedict Seidemann scheiterte (11.).

In Durchgang zwei nahm das Spiel Fahrt auf. Nürtingens Moritz Bächle besorgte mit einem Schlenzer ins lange Eck das 1:0 für sein Team (34.). Doch der TVU schlug zurück. Koroutzidis, war es, der nach einem Steilpass eiskalt blieb, Seidemann tunnelte und so den Ausgleich markierte (43). Pascal Wolfer brachte den TVU mit einem gekonnten Heber kurz vor Schluss sogar mit 2:1 in Führung (49.), doch Sekunden vor dem Abpfiff lenkte Thomas Fay den Ball unglücklich eins eigene Netz (50.+1) – 2:2, erst ein dramatisches Elfmeterschießen brachte die Entscheidung. Zehn Schützen mussten beide Teams aufbieten. Bis auf Koroutzidis und 09-Spielertrainer Oliver Scherb verwandelten alle souverän. Dann traf Koroutzidis bei seinem zweiten Anlauf und 09-Abwehrchef Thomas Burkhardt wurde zur tragischen Figur, als er mit seinem Fehlschuss das frühe Aus des FV 09 besiegelte. Schon 2016 in Oberboihingen scheitere Nürtingen in der K.o.-Runde am TVU.

TSGV Großbettlingen – TSV Neuenhaus 0:1

Im Kreisliga-B-Duell schenkten sich beide Teams nichts. Prickelnde Torchancen hatten allerdings Seltenheitswert, das Geschehen spielte sich überwiegend im Mittelfeld ab. Der Höhepunkt, bevor Schiedsrichter Uwe Klemp (SRG Reutlingen) zur Halbzeit pfiff: Manuel Bahle brachte die „Häfner“ in Führung (17.).

Nach der Pause bemühten sich die Großbettlinger zwar, richtig Gefahr beschworen sie allerdings nicht herauf vor dem Gehäuse der Aichtaler. Viel zu uninspiriert waren die Aktionen der Gelb-Schwarzen. Neuenhaus war dem 2:0 näher, doch sowohl beim Schuss von Danny Bubeck (26.) als auch gegen Dinh-Huan Huynh, der allein vor dem Tor auftauchte, verhinderte Michel Schmid einen höheren Rückstand. Erst unmittelbar vor dem Schlusspfiff hatte Philipp Scheck das 1:1 auf dem Fuß, aber Tim Seifried im TSVN-Kasten parierte (50.).

TSV Wolfschlugen – FC Frickenhausen 0:5

Auch wenn der FCF abermals früh in Führung ging, Darius Stehling machte das 1:0 (3.), so war Wolfschlugen doch das erste Team, das dem Landesligisten in diesem Turnier zunächst Paroli bot und mitspielte. Nach einer Viertelstunde machte Frickenhausen jedoch ernst, gegen Stehling (14.) und Stephan Rothweilers Kopfball (20.) zeigte Wolfschlugens Torwart Emek Ileli Glanzparaden, beim 0:2 durch Yannik Kögler (22.) war er dann machtlos. Giuseppe Pirracchio erhöhte noch vor dem Halbzeitpfiff von Florian Weigt (SRG Blautal/Lonetal) auf 3:0 (24.) für die Täleself.

Gleich nach der Pause bewies Kögler wieder seinen Torriecher, stand goldrichtig und vollendete zum 4:0 (27.). Frickenhausen brachte drei frische Spieler, galt es doch, Kräfte für’s Viertelfinale zu sparen (30). Unter diesen Vorzeichen schien dann das Spiel der Frickenhäuser zu stehen, die den Vorsprung sicher verwalteten. So kam Michael Luik zur ersten Torchance für Wolfschlugen, doch Simon Borbeck parierte per Faustabwehr (42.). Der Rest der Partie gehörte wieder dem FCF. Patrick Jasny setzte sogar noch das 5:0 drauf (50.).

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