Sport

Die wahre Geschichte eines Sportbetrügers

16.12.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Juliet Macur: „Lance Armstrong: Wie der erfolgreichste Radprofi aller Zeiten die Welt betrog“; Edel Germany Verlag, Hamburg 2014; 256 Seiten; 22,95 Euro

Als Lance Armstrong im Juni 2013 aus seiner Luxusvilla in Texas floh, weil er sich im Vorfeld von millionenschweren Schadensersatzprozessen „verkleinern“ musste, war Juliet Macur vor Ort. Sie sprach mit seiner Freundin und seinen Kindern und hörte sich auch Armstrongs Version der Wahrheit an. Sie war eine der wenigen Journalisten, die Einzelinterviews mit dem berühmtesten Paria des Sports führen durften.

Im Mittelpunkt dieses Buches steht Lance Armstrong selbst, der sich in persönlichen Interviews präsentiert. Aber diese Selbstdarstellung gewinnt an Tiefe und Breite durch die persönlichen Berichte von mehr als 100 Zeugen, unter anderem Familienangehörige, von denen Armstrong schon seit Langem nichts mehr wissen will: der Adoptivvater, der ihm den Namen gab, eine Großmutter, eine Tante. Das vielleicht aufschlussreichste, bedrückendste persönliche Zeugnis sind die Tonbänder, die der inzwischen verstorbene J. T. Neal, die einflussreichste unter Armstrongs zahlreichen Vaterfiguren, in seinen letzten Lebensjahren besprochen hat.

Macur verbindet die lebhaften und sehr verschiedenen Stimmen der Personen, die über den privaten und den öffentlichen Armstrong genau Bescheid wissen, zu einer Parabel über den erstaunlichen Aufstieg eines Mannes zu weltweitem Ruhm und großem Reichtum und seinen jähen Sturz aus dem Sport-Olymp.

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