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Wendlingen

Verteidiger beantragt Revision

23.06.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Köngener Doppelmord: Letztes Wort ist womöglich noch nicht gesprochen

STUTTGART/KÖNGEN (sg). Im Fall der Mutter, die im November in Köngen ihre beiden Töchter getötet hat, hat der Rechtsanwalt der Frau Revision beantragt.

Der psychiatrische Gutachter hatte im Verfahren dem Gericht drei Tatmotivationen genannt, die in seinen Augen in Frage kommen. Zum einen sei es möglich, dass die Frau abgrundtief verzweifelt gewesen sei und ihre Situation als existentielle Bedrohung angesehen habe. Wenn sie sich und ihre Kinder als unauflösbare Einheit angesehen habe, könne dies zu dem Gedanken führen, dem eigenen Leben ein Ende setzen zu wollen und die Kinder mitzunehmen.

Auch übersteigertes Besitzdenken, also die Kinder als ihren Besitz anzusehen, hielt der Gutachter für nicht ausgeschlossen.

Das dritte Motiv, das der Gutachter nannte, war das, sich am Ehemann rächen zu wollen. „Ich frage mich, warum der Senat bei den drei angeführten Begründungen für die Tat die Rache so in den Vordergrund gestellt hat. Eine Begründung hat der Vorsitzende Richter nicht geliefert“, sagt der Rechtsanwalt der Angeklagten, Dr. Markus Bessler, auf Nachfrage unserer Zeitung.

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