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Aufgekreuzt

15.04.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

An Ostern ist Jesus aufgekreuzt. So hat ein Schüler die Ostergeschichte zusammengefasst. Kann man das so sagen? Darf man so reden?

Dorothee Moser

Zuerst habe ich gezögert. Die saloppe Jugendsprache hat mich irritiert. Aber dann habe ich gespürt, wie dieser Satz das Geschehen von Ostern klug auf den Punkt bringt. In dem Wort „aufgekreuzt“ verbinden sich Auferstehung und Kreuz. Wenn jemand aufkreuzt dann ist das meist eine Überraschung. Auch die Bibel erzählt wie Maria Magdalena am Ostermorgen eine solche Überraschung erlebt. Sie kommt zum Grab, weil sie Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Doch das Grab ist leer.

Der Auferstandene überrascht sie und fragt „Wen suchst Du?“. Er fragt nach ihrer Hoffnung, nach ihrem innersten Wunsch. Durch diese Frage spürt sie, dass sie ganz viel Hoffnung in sich trägt, obwohl sie dafür erst noch Worte finden muss. Vielleicht heißen sie Liebe, Gerechtigkeit, Friede, Gemeinschaft, Angenommen sein.

Maria Magdalena wird vom Auferstandenen aus ihrer Trauer gerufen. Ihre Ohnmacht verwandelt sich in Kraft. Ihre Ratlosigkeit bekommt Orientierung. Sie geht vom leeren Grab mit einem Hoffnungsblick. Aufgekreuzt. Mir gefällt das Wortspiel. Der Auferstandene durchkreuzt, was für Menschen aussichtslos scheint. Tod bleibt nicht tot.


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