Leserbriefe

Sexuelle Vielfalt und freie Meinung

02.07.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Gerhard Steigerwald, Nürtingen. Zum Leserbrief „Der Schöpfer hat auch Schwule geschaffen“ vom 20. Juni. Wenn Maike Pfuderer behauptet, der Schöpfer habe auch Schwule geschaffen, ist das theologisch so nicht stimmig, weil Pfuderer übersieht, dass Gott die Schöpfung mit einer Autonomie, das heißt mit einer Eigengesetzlichkeit ausgestattet hat, zu der auch die Möglichkeit von Fehlentwicklungen gehört.

Fehlentwicklungen gehören zur Natur, zu jeder Pflanzen- und Tierart, wie auch zum Menschen. Man kann sie nicht als direktes Werk Gottes benennen. Sie sind Produkte der von Gott zu unterscheidenden, sich nach ihren Gesetzmäßigkeiten entfaltenden Natur.

Der springende Punkt ist heute jedoch die Frage, wie die einzelnen Spielarten der Sexualität (normale Sexualität, Homo-, Lesben-, Trans-, Transgender-, Intersexualität) zu bewerten sind. Dazu gibt es in einem demokratischen, multikulturellen Staat kein verbindliches Urteil. Es kann auch kein solches geben, weil es sich nach den persönlichen Wertmaßstäben richtet, die von Person zu Person, von Religion zu Religion, von Weltanschauung zu Weltanschauung verschieden sind.

Deshalb unterliegt die Bewertung der Spielarten der Sexualität in einem multikulturellen Staat unabhängig davon, dass jeder Mensch in seiner speziellen Sexualität geachtet werden muss, der freien Meinungsäußerung. Das ist ein Menschenrecht.

Deshalb hat man ein Recht darauf, Homo- und Lesbensexualität negativ als nicht voll entwickelte, in ihrer Entwicklung gehemmte Sexualität oder die Homoehe als Widerspruch zu einer biblisch orientierten Lebensordnung zu bezeichnen.

Mir fällt auf, dass gerade Propagandisten der sexuellen Vielfalt meinen, sich nicht an diese demokratischen Spielregeln halten zu müssen und dazu glauben, der Mehrheit mit fast religiösem Eifer ihre Vorstellungen von Sexualität diktieren zu können. Um ihre Überzeugungen durchsetzen zu können, schaffen sie nicht selten ein Klima, in dem Andersdenkende durch Herabsetzungen, Beleidigungen oder mit dem Staatsanwalt eingeschüchtert werden sollen.

Wer dagegen protestiert, muss mit Diffamierung und der Beschuldigung rechnen, ein Verächter von Menschenrechten zu sein. In einem Gender-Dokument ist zu dieser Strategie Folgendes zu lesen: „Religionen, die diese Agenda (des Genderismus) nicht mitmachen, müssen der Lächerlichkeit preisgegeben werden.“

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