Leserbriefe

Schulen und Gerechtigkeit

28.11.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thaddäus Kunzmann, Nürtingen. Zum Leserbrief „Die Zeichen der Zeit im Täle“ vom 16. November. Dass die grün-rote Landesregierung dabei ist, eines der besten Schulsysteme in Deutschland herunterzuwirtschaften, hat sich weithin herumgesprochen. Ohne Not wird ein erfolgreiches gegliedertes Schulwesen ausgehebelt – zugunsten einer Gemeinschaftsschule, die bisher noch nirgendwo irgendwelche vorzeigbaren Ergebnisse vorweisen kann.

Neuffens Bürgermeister Matthias Bäcker hat in seinem Leserbrief alles dazu gesagt. Er bekennt sich zu seiner Werk- und zu seiner Realschule! Die vorschnelle Abschaffung der Verbindlichkeit der Schulempfehlung nach der vierten Klasse stellt Schulen, Lehrer und Schüler vor fast unüberwindliche Probleme. Realschul- und Gymnasialrektoren erzählen von überforderten Kindern in den fünften Klassen. Die damalige SPD-Kultusministerin Warminski-Leitheußer sprach im Landtag von „lauter glücklichen Eltern“. Von glücklichen Kindern sprach sie nicht. Wer die Haupt- oder Werkrealschule abschafft, schafft deswegen doch nicht die Haupt- und Werkrealschüler ab. Es gibt eben lernschwache Kinder, die es im Leben trotzdem weit bringen können. Das Ziel der Gemeinschaftsschule ist dabei eine Utopie. Das gemeinsame Lernen von stärkeren und schwächeren Schülern findet dort doch gar nicht statt. Auch in Frickenhausen ist es eine Werkrealschule, die den Antrag auf Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule gestellt hat. Wer glaubt denn bitte schön, dass Gruppenunterricht und das eigenständiges Lernen die richtigen Formen sind, um lernschwache Kinder zu fördern? Jeder soll sich doch mal selbst an seine Schulzeit zurückerinnern. Gruppenunterricht hieß: Einer arbeitet, die anderen schwätzen. In Gemeinschaftsschulen gibt es bis zur neunten Klasse keine Klassenarbeiten und Noten mehr. Natürlich auch kein Sitzenbleiben. Die Lehrer sind Lernbegleiter. Jeder eignet sich seinen Lehrstoff selbst an. Wer glaubt das denn?

SPD und Grüne behaupten, das bisherige baden-württembergische Schulsystem sei ungerecht. Skandinavien sei das Vorbild. Ist es ungerecht, dass in Baden-Württemberg lediglich fünf Prozent der Schüler die Schule ohne einen Abschluss verlassen? Ist es dagegen gerecht, dass es in Schweden zehn Prozent sind? Ist es ungerecht, dass Baden-Württemberg mit unter drei Prozent europaweit die niedrigste Jugendarbeitslosenquote hat? Ist es dagegen gerecht, wenn es in Schweden 25 Prozent sind? Wie gerecht ist ein Land, indem es aus Perspektivlosigkeit Krawalle von Jugendlichen gibt, wie im Mai in Schweden geschehen? Also: Welches Land ist sozial gerechter? Es kommt nicht nur auf Gleichmacherei und Umverteilung an. Sondern auch auf die gezielte Förderung von Stärken.

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

Günther Ackermann, Wendlingen. Die Reisewarnung für Gambia wurde vom Auswärtigen Amt am 21. Januar 2017 aufgehoben. Seit der neugewählte Staatspräsident Adamo Barrow Ende Januar 2017 sein Amt übernommen hat, „hat sich die Lage und das tägliche Leben in Gambia normalisiert“, schreibt das…

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