Leserbriefe

Schleichende Islamisierung?

28.12.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kuno Giesel, Nürtingen. Wenn man im Dezember in asiatischen Ländern unterwegs ist, fällt einem auf, dass auch hier immer mehr christliche Spuren zu finden sind. Sei es Tokio, Singapur, Taipeh, Shanghai oder auch andere Großstädte, überall wird Weihnachten gefeiert, zum Teil noch heftiger als in christlichen Ländern. In China sogar mehr als das weltweite Neujahr, das ja als einheitliche Zeitrechnung auch in China gilt, beginnend mit dem Jahr der Geburt Christi vor nun 2010 Jahren.

Auch wenn vielen die tieferen Hintergründe (noch?) fremd sind und es eher kommerzielle Hindergründe hat, es ist Weihnachten, das Fest der Nächstenliebe, man beschenkt sich gegenseitig. Man hätte ja auch den 6. Januar nehmen können, den Tag, als die Heiligen Drei Könige das Christuskind mit Geschenken beehrten, Nein, es ist der Tag, an dem Christus geboren wurde, und somit doch irgendwie eine Anerkennung, dass es Jesus gegeben hat, er etwas Besonderes war und somit auch indirekt die Anerkennung des christlichen Glaubens. Und so haben wir auch eine kleine, schleichende Christianisierung.

Nun zu der angeblichen Angst vor einer schleichenden Islamisierung: Ist es nicht eher die Angst vor einer Verfremdung der Umgebung; wenn man sich im Mehrfamilienhaus als gebürtiger Deutscher langsam wie ein Ausländer vorkommt, weil immer mehr Menschen um einen herum sich tagtäglich in einer Fremdsprache unterhalten? Dass einige Frauen durch ihre Bekleidung zusätzlich auffallen, ist der ganzen Sache nicht gerade dienlich. Für mich ist der Wunsch der Schweizer nach einem Minarettverbot nicht eine Ablehnung des Islam, sondern ein deutliches Zeichen dafür, dass sie ein christliches Land sind, ein solches auch bleiben wollen und jeder Besucher dies – auch bei aller Gastfreundlichkeit – erkennen und akzeptieren soll.

Es wäre interessant zu erfahren, was Menschen wirklich dazu veranlasst, ihre eigene Heimat zu verlassen und auszuwandern. Ist es die Art und Weise, wie zum Beispiel wir hier als Christen zusammenleben – oder nur der Wohlstand/die soziale Absicherung? Als Auswanderer sollte man sich vorher Gedanken machen, ob einem die Lebensumstände/Gewohnheiten im neuen Land zusagen und man sich daran gewöhnen und anpassen kann und auch will.

Leserbriefe

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