Leserbriefe

K?21 und S?21 im Vergleich

24.02.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Friedrich Sabelfeld, Nürtingen. Zum Artikel „Mappus gegen Öffnung des Stresstests“ vom 16. Februar. Ist es nicht herrlich, im fahrenden Zug zu sitzen und die schönen Bilder der vorbeiziehenden Landschaften wie auch die schönen architektonischen Bauten zu bewundern! Und nun bietet das Projekt S 21 eine Bahntrasse an, die größtenteils unter der Erde und durch Tunnels verläuft. Nun ist es vorbei mit dem herrlichen Gefühl, das aufkommt beim Fahren im Zug über der Erde!

Der Bahn-Experte Eberhard Happe (einstiger Leiter der Zugförderung der Bahn in Hamburg) kritisiert sehr scharf dieses milliardenteure Projekt. Die topografischen Gegebenheiten zwischen Stuttgart und Ulm sind sehr schwierig. Hier seien sehr lange Tunnels und Neigungen bis zu 35 Prozent erforderlich. Letzteres hat einen großen Energieaufwand zur Folge. Er hätte schon 19 Jahre zurück vorgeschlagen, die Alternative zu prüfen, die die Aufrüstung und Sanierung der bestehenden Bahntrasse über das Filstal nach Ulm vorsieht. Das sei aber von allen Verantwortlichen ignoriert worden.

Projektgegner Peter Conradi entwickelte mit noch anderen Bahn-Experten eine Alternativplanung K 21, aus der hervorgeht, dass K 21 für nur ein Drittel der Kosten gegenüber S 21 gebaut werden kann. Die Planung sieht einen stufenweisen Ausbau und architektonische Neugestaltung der Bahnsteige vor. Sie verspricht eine behutsame Stadtentwicklung.

Bei den Schlichtungsgesprächen zwischen Befürwortern von S 21 und Projektgegnern wurde eine Reihe von Schwachpunkten festgestellt. Eine von diesen: die Leistungsfähigkeit des unterirdischen achtgleisigen Durchgangsbahnhofs. Die Gegner von S 21 warnen, dass dieser weniger Züge pro Stunde abfertigen kann als der heutige 16-gleisige Kopfbahnhof. Im Schlichterspruch des Herrn Heiner Geißler wurde festgelegt, einen Stresstest durchzuführen, bei dem von Anfang an bis zum Ende Vertreter des Aktionsbündnisses dabei sein müssen. Jedoch Ministerpräsident Stefan Mappus lehnt diese direkte Beteiligung am schon begonnenen Stresstest ab. Er ignoriert damit die berechtigte Forderungen der an der Schlichtung beteiligten Projektgegner, aber auch der demonstrierenden Bürger, die dieses viel zu teure Projekt kritisieren.

Offensichtlich ist, dass die Herren Gruber, Mappus und viele andere sich von S 21 nicht trennen wollen und nach dem Motto handeln: „Warum einfach den Zug über die Erde fahren lassen, wenn es auch komplizierter geht, dem Maulwurf nachahmend, ihn unter die Erde versetzt.“ Das Geld, das dabei durchs Fenster hinausgeschmissen wird, berührt sie nicht, es kommt ja nicht aus der eigenen Tasche!

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