Leserbriefe

Jedes Kind ist ganz verschieden

14.03.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nora Burchartz, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Inklusion ist kein Selbstzweck“ vom 6. März. Stimmt! Inklusion ist in den rechtlich relevanten Übersetzungen der UN-Behindertenrechtskonvention seit sechs Jahren für Deutschland bindendes Recht. Die grün-rote Landesregierung macht nach einer langen Phase der Vorbereitungen mit schulgesetzlichen Änderungen nun Ernst mit dem gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderung. Keine Frage, nach so vielen Jahrzehnten der Festlegung auf ein viergliedriges Schulsystem ist das nun eine Herkulesaufgabe.

Aber abgesehen davon, dass die UNO es als Menschenrecht deklariert hat, dass Kinder nicht aufgrund ihrer Behinderung vom Besuch der Regelschulen ausgeschlossen werden dürfen, zeigen viele tolle Beispiele die Erfolge des gemeinsamen Unterrichts. Wichtig sind gute Rahmenbedingungen: dazu gehört der zieldifferente Unterricht ebenso wie das Zwei-Pädagogen-Prinzip. Sonderpädagogische Kompetenz muss in den Regelschulen eingebunden sein.

Der Glaube an homogene Schülerschaften ist ein Märchen. In jeder Klasse, ob am Gymnasium oder an einer Schule für Geistigbehinderte ist jedes Kind verschieden. Der gemeinsame Unterricht bringt zudem viele Vorteile. Kinder mit Behinderung könnten mehr lernen und in dem einen oder anderen Fall einen Platz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finden – das spart Sozialhilfekosten. Kinder ohne Behinderung lernen frühzeitig, dass Leben mit Behinderung ein „gleichwürdiges“ Leben ist.

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

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