Leserbriefe

Ja zum Elektroauto und doch gegen den Strom

21.05.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kirsten Gnida, Nürtingen. Zum Artikel „E-Autos mit Bonus kaum rentabler“, vom 12. Mai. Die Debatte über das Für und Wider eines Elektroautos wird meines Erachtens nach viel zu sehr von rein wirtschaftlichen Interessen geprägt. „Lohnt sich so ein Auto überhaupt – wie viel Geld spare ich im Vergleich zu einem anderen?“ Unter diesem Gesichtspunkt ist ein Elektroauto, trotz Kaufprämie, immer noch ein teures Auto. Keine Frage!

Aber die Anschaffung eines derartigen Fahrzeugs muss, meiner Meinung nach, unter ganz anderen Aspekten betrachtet werden. Mit null CO2-Emission, quasi null Lärm- und Geruchsbelästigung, kein Feinstaub, trägt es einen guten Teil zur Verbesserung unserer Umwelt und unserer Lebensqualität gerade in den Städten bei. Natürlich wohlwissend, dass die Stromerzeugung bei uns nicht immer umweltfreundlich ist, werden zum Beispiel bei einer Fahrleistung von 13 000 Kilometer (hauptsächlich Stadtverkehr) mit Strom aus regenerativen Stromquellen circa zwei Tonnen CO2 eingespart, aber auch fast eine halbe Tonne mit Strom aus konventionellen Energiequellen (Strommix). Das ist doch das Argument, das zählen sollte.

Hinzu kommt, dass zum Beispiel BMW bei der Produktion dieses Fahrzeugs sehr viel Forschung in die Nachhaltigkeit investiert hat. Noch ein paar Punkte, die die Kosten anbelangen. Mein BMW i3 wird im Laufe seines Lebens voraussichtlich keine neuen Bremsbeläge brauchen (da bei vorausschauender Fahrweise durch die Rekuperation des Elektromotors gar kein Bremsen notwendig ist), braucht keinen Ölwechsel und wird nie einen Getriebeschaden haben oder eine defekte Kupplung, Auspuff oder Katalysator, weil er schlicht und einfach diese Dinge gar nicht hat.

Weitere Argumente: Bei einigen Kfz-Versicherern haben E-Fahrzeuge begünstigte Tarife. Und in vielen Städten, beispielsweise Esslingen, Stuttgart, Ludwigsburg, Böblingen, kann man an öffentlichen Parkplätzen kostenfrei parken oder natürlich an den Ladesäulen Strom zapfen (wie zum Beispiel in Nürtingen, wenn man Kunde der Nürtinger Stadtwerke ist). Noch ein Argument, das unbezahlbar ist: viel Fahrspaß durch die ungeheure Spritzigkeit!

Wer aber so denkt wie der grüne Oberbürgermeister von Tübingen, der auf meine Frage nach vergünstigten Parkplätzen in Tübingen antwortet „Wieso Vorteile für E-Fahrzeuge, die brauchen doch genauso viel Parkraum wie andere Autos?“, sollte sich über die Anschaffung eines Elektroautos keine Gedanken machen . . . !

Leserbriefe

Friedens-Nobelpreis gegen Atombomben

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Der Appell“ vom 7. Oktober. Es kommt selten vor, dass ein Kommentar von Wolfgang Molitor in der Nürtinger Zeitung Zustimmung finden kann, aber diesmal hat er mit Recht den Friedensnobelpreis gelobt, den die „Internationale Kampagne zur Abschaffung von…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe