Leserbriefe

Im Notfall ist jede Minute entscheidend

18.12.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Uwe Schulze, NT-Zizishausen. Zum Artikel „Starker Gegenwind für Rettungsdienstgesetz“ vom 8. Dezember. Die Landesregierung bringt Vorschläge ein, die Hilfsfristen für Rettungswagen (RTW) von zehn auf zwölf Minuten beziehungsweise Notarztwagen (NAW) von 15 auf 18 Minuten zu verlängern. Eigentlich habe ich gehofft, dass studierte Politiker nicht nur im Rechnungswesen ausgebildet worden sind, sondern auch im Denken über den Tellerrand hinaus.

Logisch kosten zusätzliche Standorte für RTW und NAW Geld, sehr viel Geld. Aber rechtzeitige Hilfe ist immer noch billiger, als im Nachhinein viel kostenintensivere Behandlungen, Nachsorge und Rehabilitation zu bezahlen. Nur weil aufgrund der vielen Notrufe und manchmal langen Anfahrtswegen die Hilfsfrist im Durchschnitt nicht eingehalten werden kann, ist es absolut kein Grund, diese gesetzlich zu verlängern. Zusätzliche Standorte in ländlichen Gegenden, Aufstockung der Rettungsmittel und des Personals in Ballungsgebieten und ein Anreiz für ausgebildete Ersthelfer vor Ort mit finanziertem Material muss hier das Ziel sein.

Ich wünsche niemandem einen Unfall oder eine lebensbedrohliche Situation, bei dem medizinische Hilfe notwendig ist. Aber die Personen, die solche Gedanken hegen, sollten mal Folgendes simulieren. Nehmen wir an, man möchte die Zeitung morgens bei diesen Temperaturen aus dem Briefkasten holen und rutscht aus, liegt mit dem Rücken auf den Steinplatten, schaut auf die Uhr und wartet zwölf beziehungsweise 18 Minuten. Simulation beendet. Das Aufstehen klappt einigermaßen und man fragt sich schmerzverzerrt vor Kälte und blauen Flecken: „Wer hat solchen Irrsinn in die Wege geleitet?“ Ein Blick in den eigenen Spiegel im Flur bringt die Lösung! Dies war jetzt nur ein gedanklich simulierter Sturz. Ich brauche ja nicht zu erklären, dass bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand pro Minute die Wahrscheinlichkeit um jeweils zehn Prozent abnimmt, diesen ohne schwere körperliche Schäden zu überleben. Besteht vielleicht ein Zusammenhang mit den leeren Rentenkassen? Ein Schelm, wer Böses denkt!

Wie hoch die Lebenserwartung einzelner Personen in der Landesregierung ist, weiß ich leider nicht, ich selber hätte aber gerne noch ein paar unbeschadete Jahre. Ich wünsche allen ein schönes, zufriedenes Weihnachtsfest und ein rutsch-, unfall- und krankheitsfreies Jahr 2015 und dem Rest der Bevölkerung zusätzlich noch ein flächendeckendes, schnelles Versorgungsnetz für alle Notfälle.

Leserbriefe

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