Leserbriefe

Gemeindehaus und Kirche im Zentrum

22.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ellen Schneider, Wendlingen. Zum Leserbrief „Freue mich auf den Abriss“ vom 16. Juli. Wer vor wenigen Tagen in Wendlingen den ökumenischen Abendgottesdienst in der Johanneskirche erlebt hat, konnte spüren, wie der Geist der Gemeinschaft wehen kann und wie es sein kann, wenn unsere Füße auf weitem Raum stehen. Der Kirchenraum erlaubt eine Dynamik, wie sie nur durch die Weite des Raumes möglich ist. Ein Kirchenraum hat eine andere Funktion als ein Gemeindezentrum. Kirchenräume dienen der Besinnung und Stille, für jeden offen – ohne Vorbedingung –, jeder ist eingeladen. Kirchenräume können geöffnet werden, auch evangelische – was sich Menschen wünschen, wie in einer Umfrage 2015 über Erwartungen an Kirche an zweiter Stelle, nach sozialem Engagement, stand. Eine Stadtmitte ohne Kirche, das wollen sich viele nicht vorstellen. In Anbetracht der Stadtgeschichte ist der Abriss der Kirche in der „Neuen Stadtmitte“ gewaltig.

Die Art und Weise des Fusionsprozesses spaltet das Kirchenvolk, den Kirchengemeinderat und wie ich befürchte auch Jung und Alt. Die erste Schockwelle im Frühjahr 2012. Vor der eigentlichen offiziellen Fusion stand der Verkauf der Gemeindehäuser an die Stadt. Diese konnte dem Rechtsanspruch ab August 2013 auf Betreuung unter Dreijähriger mit geringem Aufwand nachkommen. Die Leidtragenden sind alle Ehrenamtlichen und Teilnehmenden in der Familien-, Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit der Kirchengemeinde. Liegt nicht da die Verantwortung für die anhaltende angespannte Situation, über die sich im Leserbrief eine engagierte Ehrenamtliche Luft verschafft?

Das provisorische Gemeindehaus war von Anfang an nicht geeignet und würdigte nicht die Bedürfnisse all der Arbeitsfelder. Rollstuhlfahrer bleiben draußen. Glaubten die Verantwortlichen 2011/2012, dass sie in zwei bis drei Jahren alle Ziele erfolgreich und „zügig“ umgesetzt haben und das neue Zentrum steht? Andernorts wird nach Jahren der Beratung und der Einbindung des Kirchenvolkes abgestimmt.

Im Gottesdienst gab es eine wunderbare Übung: Um zusammenzufinden, müssen sich alle bewegen und ihren Standort und Blickwinkel ändern – doch dazu bedarf es der Anleitung und Ermunterung sowie Raum und Zeit. Wer vermag hier in der „neu gegründeten Kirchengemeinde“ zu „verbinden“?

Leserbriefe

Die Radwegplanung nochmals überdenken

Jochen Krohmer, Unterensingen. Zum Artikel „Grünes Licht für Unterensinger Radweg“ vom 6. Juli. Vorneweg möchte ich begrüßen, dass unsere Gemeinde und der Kreis den Hochwasserschutz nicht vernachlässigen und nun auch den stark in die Jahre gekommenen Radweg sanieren. Die Vorverlegung an die…

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