Leserbriefe

Entscheidung ist unchristlich

15.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eberhard Ellwanger, NT-Reudern. Zum Artikel „Nein zu Homo-Ehe-Segnung – Bischof July ist enttäuscht – Synode lehnt Kompromissvorschlag für Württemberg ab“ vom 30. November. Die Ehe oder Segnung für gleichgeschlechtliche Paare in der Württembergischen Landeskirche wurde verhindert. Ich verstehe nicht, wie Menschen so lieblos den Willen Gottes zu verteidigen glauben! Die Lebendige Gemeinde (LG) argumentiert im Namen dessen, der im christlichen Glauben die Liebe ist. Ich dachte, es seien Menschen, die die Geschichten von Jesus kennen. Dieser Mensch, der sich allen(!) zugewandt hat.

Die LG führt Gründe ins Feld, in denen oft das Wort Jesus und Gott vorkommt. Es ist mir ein Rätsel, wie eine Gruppe in der Kirche überhaupt auf die Idee kommt, auf diese Weise Gottes Willen verteidigen zu können. Was wurde denn verteidigt? War es vielleicht die Moral und das ängstliche Festhalten an auswendig gelernten Bibelstellen? Die Sorge vor Veränderung, die Zaghaftigkeit, die im Weg ist, wenn es gilt, die Freiheit eines jeden Christenmenschen zuzulassen, anstatt sie nur dann zu feiern, solange das Lutherjahr läuft? Zudem noch ignorierend, was die moderne Bibelforschung zutage fördert?

Warum ist die LG der Meinung, sie würde Gemeinden schützen, wenn sie deren eigene Entscheidung verhindert? Selbst den Gemeinden, die schon längst fertig sind mit ihrem Entscheidungsprozess! Aber ich halte das (noch) aus und die LG muss aushalten, dass ich diese Entscheidung schlicht unchristlich finde! Sie muss aushalten, dass die wohlfeilen theologischen Argumente, die sie gegen eine gleichgeschlechtliche Ehe ins Feld führt, in meinen Ohren hohl und angsterfüllt klingen.

Warum genießt sie nicht, dass in den Kirchen und Gemeindehäusern so viel Leben ist. Es finden Gottesdienste aller Art, Bibelkreise, Jugendgruppen, Filmabende, KGR-Sitzungen, Taufen, Krabbelgruppen und so weiter statt. Jeder und jede findet Angebote und kann versuchen, den eigenen persönlichen Glauben zu leben. Alle dürfen den Hochzeiten fernbleiben, die sie ängstigen, andere einer Evangelisation, die sie anödet. Wir sind erwachsen! Warum versuchen Menschen ihren Glauben den anderen Christen überzustülpen? Warum lamentieren sie über Beliebigkeit, wenn andere ihre Überzeugung nicht als die allein selig machende teilen? Wie wäre es, wenn sie Gott die Entscheidung überlassen würden, was sein Wille ist? Ich glaube, dann wäre der Kirche sehr geholfen!

Leserbriefe

Profitmaximierung statt Naherholung

Harry Nitschko, Wolfschlugen. Zum Artikel „Wildschweine gesucht“ vom 1. Dezember. Es ist sehr begrüßenswert, dass sich viele Gemeinderäte in Wolfschlugen des Themas Waldgebiet Sauhag annehmen und gegenüber der Forstverwaltung auch mal klare Kante zeigen. Es kann ja nicht verwundern, dass sich…

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