Leserbriefe

Bienensterben – auch durch Mobilfunk

13.05.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Groschupp, Großbettlingen. Zum Artikel „Wie Silphie den Bienen helfen kann“ vom 9. Mai. „Nicht jedes Bienensterben ist automatisch auf die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln zurückzuführen“. So wird der Referent des Vortrags an der HfWU zitiert. Das ist richtig. Doch fehlt in der Aufzählung eine der Ursachen. Beobachtungen von Forschern zeigen, dass durch die Mobilfunkstrahlung Bienen so geschwächt werden, dass sie für Krankheiten (wie die Varroa-Milbe) anfälliger werden und dies auch zum Zusammenbruch der Völker beitragen kann. Der Biophysiker Dr. Ulrich Warnke stellte schon 1973 fest, dass Bienen unter dem Einfluss niederfrequenter Felder des Mobilfunks Stressreaktionen, erhöhte Aggressivität und ein stark reduziertes Rückfindeverhalten zeigen. Das Kommunikationsverhalten der Bienen wird durch elektromagnetische Signale mit einer Modulationsfrequenz zwischen 180 und 250 Hz erzeugt. Der damalige GSM-Mobilfunk war mit 217 Hz moduliert.

Auch der Wissenschaftler Professor Hermann Stever untersuchte 2005 dieses Verhalten unter Einwirkung von elektromagnetischer Strahlung. Bienenvölker wurden strahlenden Basisstationen von DECT-Schnurlostelefonen ausgesetzt. Gegenüber den „unbestrahlten“ Bienenvölkern zeigte sich die Gewichts- und Flächenentwicklung der Völker mit DECT-Telefon merklich langsamer. Zur Untersuchung des Rückfindeverhaltens wurden Bienen jedes Stockes markiert. DECT-Signale in einer Distanz von 800 Metern zum Stock freigelassener Bienen zeigten ab fünf Tagen, dass in der Rückkehrzeit statistisch signifikante Unterschiede zwischen den bestrahlten und den „unbestrahlten“ Bienen bestanden.

Das österreichische Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft schrieb im April 2006 an den Nationalrat Dr. Andreas Khol, dass wissenschaftliche Untersuchungen nachweisen konnten, dass sich niederfrequente elektromagnetische Felder negativ auf Bienen auswirken können. Immer mehr Studien stützen diese Erkenntnis, zum Beispiel die 2013 erschienene Bienenstudie der FU Berlin: Künstlich erzeugte elektromagnetische Felder des Mobilfunks stören das Kommunikations- und Navigationssystem der Bienen. Eine der Ursachen des Bienensterbens, seit Jahrzehnten bekannt. Doch diese Ursache will man offensichtlich nicht sehen!

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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