Leserbriefe

Ausbaggerung ist schlecht für Neckar

10.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl-Heinz Frey, Nürtingen. Zum Artikel „Spuren des Hochwassers werden beseitigt“ vom 4. September. Die Entfernung des Kieses ist rausgeschmissenes Geld. Denn erstens macht das der Neckar selbst viel besser und das Geschiebe braucht der Fluss, außerdem ist es eine bewegliche Sache. Wenn viel Wasser kommt, trägt die Strömung den Kies weg. Wenn die Strömung nachlässt, lagert sich der Kies vom Flussoberlauf unter dem Wehr wieder ab.

Zweitens beeinflusst die Kiesbank die Pegelhöhe nicht, denn die wird durch die Brücke bestimmt. Deren Querschnitt ist maßgebend für die Hochwasserhöhe und dass unter der Brücke die Sohle entfernt werden kann, dürfte wohl ausgeschlossen sein. Verwundert hat auch die Mitteilung, die Kiesbank sei nicht besiedelt. Hat da Herr Kuthe nachgeschaut? Der Neckar ist mehr oder weniger immer besiedelt. Trägt das Wasser eine Schicht ab, wird ja durch das Wasser von flussaufwärts wieder Leben dorthin gebracht. Die Randstreifen einer solchen Kiesbank sind voller Leben. Natürlich nicht von großen Tieren, die man von der Brücke aus sieht, sondern von eher unscheinbaren Lebewesen. Unter anderem von Erbsen- oder Kugelmuscheln und Fischbrut. So kommt dort die Art Falten-Erbsenmuschel (Pisidium henslowanum) vor. Sie ist selten und steht auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Dazu noch einige Schneckenarten und zum Beispiel die Grundwanze (Aphelocheirus aestivalis), zugegeben keine Tiere zum Kuscheln, aber wichtig für den Lebensraum.

Auf der anderen Seite wird die Verengung des Neckarquerschnittes durch die Verbreiterung des Radweges unter der Brücke oder die Höherlegung des Fußweges hinter der Freien Kunstschule nicht erwähnt. Dies sind wirkliche Reduzierungen, wenn auch minimale. Welchen Zweck hat also eine solche Aktion?

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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