Leserbriefe

Artensterben und Umwelteinflüsse

08.03.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl-Heinz Frey, Nürtingen. Zum Artikel „Neubürger und Wiederkehrer“ vom 4. März. Seit etwa 20 Jahren registriere ich die Entwicklung der Frösche. Im Bauernwald war der Höchststand an Grasfröschen 2008 mit circa 1330 Laichballen, dies hing mit der Schaffung von mehreren Teichen zusammen. Die Anzahl der Laichballen ist seitdem über die Jahre kontinuierlich zurückgegangen. 2016 etwa noch 80, bis 5. März 2017 neun Ballen. In den Teichen im Waldhauser Holz, nördlich der Bachhalde, sind die Rückgänge vergleichbar. Von noch 2008 gezählten zwei- bis dreitausend Kröten bei der Krötenwanderung sind inzwischen (2016) nur noch circa hundert übrig. Von einer Wanderung kann man nicht mehr sprechen.

Ähnlich sieht es bei den Ringelnattern im Bauernwald aus. 2010 fand ich vier Gelege mit circa 100 Eihüllen im Kompost. 2016 war es noch ein Gelege mit zwölf Eihüllen. Das wäre eine noch junge Schlange, die sich vermehren konnte. Keine Insekten – keine Frösche – keine Schlangen. Wo sind alle diese Tiere geblieben? Einen großen Einfluss haben die „Pflanzenschutzmittel“ wie Glyphosat, die Neonicotinoide und die Auswaschungen aus Kunststoffen Bisphenol A. Die „endokrinen Disruptoren“ – in etwa übersetzt „durch Störungen der inneren Sekretionen verursachten Verletzungen und Krankheiten – und die synthetischen Hormone beeinflussen die Lebensgrundlagen. Die Kunststoffe und die Gifte, die erzeugt werden, reichern sich an und lagern sich ab. So wie zum Beispiel der Wolfsmilchschwärmer die giftigen Substanzen ansammelt und so für Fressfeinde tödlich ist, wird es mit der Zeit auch Mutationen der Insekten geben, die die Umweltgifte anreichern, ohne daran zu sterben. Die Folgen kann sich jeder ausrechnen.

Eine über Aquarien vor über 100 Jahren eingeschleppte Wasserschneckenart, die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke, ist schon nahe dran. Sie ist lebendgebärend, jungfernzeugend, hat einen Deckel, den sie zumacht, wenn es bedrohlich wird. Sie ist bis zu sechs Millimeter groß und in jedem, auch noch so verschmutzten Gewässer zu finden. Was sie so alles anreichert ist nicht bekannt.

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

Günther Ackermann, Wendlingen. Die Reisewarnung für Gambia wurde vom Auswärtigen Amt am 21. Januar 2017 aufgehoben. Seit der neugewählte Staatspräsident Adamo Barrow Ende Januar 2017 sein Amt übernommen hat, „hat sich die Lage und das tägliche Leben in Gambia normalisiert“, schreibt das…

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