Weihnachtsgrüße

Leben, studieren und entdecken auf Bali

23.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Janna Sterr kommt mit Menschen aus den verschiedensten Ländern in Kontakt, lernt etwas über die unterschiedlichen Kulturen und stellt sich immer neuen Herausforderungen

Janna Sterr verbringt ihr Auslandssemester auf Bali.

Seit August lebe und studiere ich nun auf der beliebten Ferien- und Surfinsel Bali. Hier in Reutlingen studiere ich International Fashion Retail und verbringe hier auf Bali bis Januar 2018 mein Auslandssemester. Für die meisten ist es unvorstellbar, dass es eine Uni auf Bali gibt. Das war es für mich anfangs ehrlich gesagt auch. Mittlerweile aber ist es für mich völlig normal Student der Udayana University im Süden Balis, in Jimbaran, zu sein. In den vier Monaten, in denen ich schon hier bin, habe ich mich extrem gut eingelebt und an Bali gewöhnt.

Bali ist sehr an Touristen angepasst, was einem vieles wie Essen, Einkaufen, Reisen und so weiter erleichtert. Jeden Tag kommt man mit den verschiedensten Menschen aus den verschiedensten Ländern in Kontakt, lernt etwas über die unterschiedlichsten Kulturen und stellt sich immer neuen Herausforderungen.

Die indonesische Bevölkerung allgemein besteht zu 85 Prozent aus Muslimen. Doch die Bewohner der Insel Bali gehen zum Großteil einer ganz speziellen Art des Hinduismus nach. Und ob man es glaubt oder nicht: Auch in Indonesien wird Weihnachten gefeiert – mit ganz speziellen Ritualen und einzigartigen Bräuchen. Es gibt zwar keine schneebedeckten Tannenwälder, Glühwein oder Weihnachtsmänner, dafür aber auch keine hektische Jagd nach den letzten Geschenken, kein kaltes, unge-mütliches Wetter und auch keinen Terminstress, wie es in Deutschland kurz vor Weihnachten eben so üblich ist. Entspanntes Inselleben halt. Trotzdem begegnen einem hier vereinzelt kitschig dekorierte Plastik-Tannenbäume und Menschen mit Weihnachtsmützen. Gerade Hotels, Restaurants und Clubs in den touristischen Gebieten auf Bali, wie in Kuta oder Seminyak fahren dekomäßig voll auf und feiern lautstark Weihnachtslieder. Da Bali sehr touristisch ist, wird auch hier Weihnachten für die Touristen gefeiert. Ganz anders aber die kleine Christliche Gemeinde der Insel. Sie dekorieren ihre Kirchen mit Bambus und Janur, kunstvoll gefertigten balinesischen Ornamenten aus Stroh, und tragen traditionelle Kleidung in den Farben Schwarz oder Weiß. Dabei lässt sich, selbst beim traditionellen Weihnachten, der hinduistischer Einfluss ganz klar erkennen. Bali ist halt trotzdem Bali.

Mein Weihnachten auf Bali: Ich werde den Heiligen Abend ganz entspannt angehen. Ich werde mit meinen Freunden den Tag an unserer Lieblingsstrandbar verbringen und auch den Sonnenuntergang lasse ich mir am Heiligen Abend nicht entgehen. Danach essen wir alle zusammen. Dieses Jahr gibt es leider nicht Omas einzigartiges Weihnachtsessen für mich, sondern nur Nasi Campur oder Mie Goreng. Weitere Planungen für die Abendgestaltung gibt es, bis auf ein Skype-Gespräch mit meiner Familie, bisher noch nicht. Hier findet immer alles ganz spontan statt.

Wahrscheinlich sitzen wir erst einmal zusammen, singen und spielen Lieder auf der Gitarre – alles außer Weihnachtslieder wahrscheinlich. Und danach gehen wir auf eine der unzählig stattfinden Weihnachtspartys. Alles entspannt, kein Stress, kein Druck – einfach Bali.

Weihnachten unter Palmen, in der Sonne und am Meer – für einige ein Traum endlich dem Weihnachtstrubel zu entkommen, für andere wiederum ist es undenkbar diesen besonderen Tag fernab der Familie zu verbringen. Die Weihnachtszeit ist für mich eine sehr besondere Zeit im Jahr, die ich vor allem mit meiner Familie verbringen möchte. Für mich ist es bis jetzt immer noch unvorstellbar meine Eltern, meinen Bruder und auch meine Großeltern in dieser Zeit nicht um mich zu haben. Doch nicht nur die Familie ist mir in der Weihnachtszeit wichtig. Gerade der 24. ist ein Tag in Nürtingen, an dem Gott und die Welt wieder zusammenkommt. Ob morgens am sogenannten heiligen Vormittag im „Bona“, nach dem Heiligen Abend im „Green“, oder auch in der Kirche: Man trifft überall wieder alte Gesichter. Das wird mir persönlich dieses Jahr auch sehr fehlen. Trotz allem bin ich sehr dankbar für die vielen Erfahrungen und Momente, die ich hier miterleben und mitnehmen darf und freue mich umso mehr, wenn ich Anfang 2018 zurück im kalten Nürtingen bin. Nun bin ich aber erst einmal noch sehr gespannt auf das, was noch vor mir liegt, genieße die entspannte Zeit und das gute Wetter bis zum Schluss.

Ich wünsche ganz Nürtingen, besonders meiner Familie und meinen Freunden, ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Viele liebe Grüße von

Janna Sterr

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