Weihnachtsgrüße

Im Guesthouse zu Hause

24.12.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hannah Fritz erlebt in Nepal wohl trotz der großen Entfernung ein halbwegs deutsches Weihnachten

Den nepalesischen Feiertag Tihar feierte Hannah Fritz (oben links) zusammen mit Helen Dörr aus Esslingen (oben rechts) und Tara, Lok und Sita (von links) aus dem Hotel, in dem sie wohnt.
Den nepalesischen Feiertag Tihar feierte Hannah Fritz (oben links) zusammen mit Helen Dörr aus Esslingen (oben rechts) und Tara, Lok und Sita (von links) aus dem Hotel, in dem sie wohnt.

Als ich letztes Jahr in unserem jährlichen Skiurlaub die Beilage „Weihnachtsgrüße aus aller Welt“ gelesen habe, konnte ich es mir kaum vorstellen, nächstes Jahr selbst Grüße nach Hause zu schicken. Aber jetzt – knapp ein Jahr später – sitze ich in Nepal und mache genau das.

Aber wie bin ich hier gelandet? Im Mai habe ich mein Abitur am Robert-Bosch-Gymnasium in Wendlingen gemacht. Danach war klar, dass ich erst noch etwas anderes sehen und erleben will, bevor es dann ans Studieren geht. Im September ging es erst mal mit meiner besten Freundin für einen Monat nach Bali.

Aber für längere Zeit wollte ich nicht nur reisen. Die Entscheidung fiel also auf die „Aama Smirti Foundation“. Vor bald zwei Monaten ging es für mich am Flughafen Stuttgart los. Das Ziel: Kathmandu, Nepal. Dort angekommen ging es direkt zum nächsten Transportmittel, dem Bus, der mich acht Stunden später in Pokhara ablieferte. Da ich endlich komplett ankommen wollte, ging es gleich am nächsten Tag nach Ghachok. Das Dorf liegt in Zentral-Nepal und wird noch für knapp vier weitere Monate mein Zuhause sein.

Die letzten zwei Monate habe ich damit verbracht, mich hier im Guesthouse, im Dorf und an meiner Schule einzuleben. Das Annapurna Mon Village ist inzwischen aber viel mehr ein Zuhause als ein Guesthouse. Abends nach der Schule oder am Wochenende in der Küche beim Kochen zu helfen und gleichzeitig die Nepali-Kenntnisse zu verbessern, gehört mittlerweile schon fest zum Alltag dazu. Mit den dreien, die hier arbeiten, fühlt es sich jetzt schon wie Familie an. Die Dorfbewohner sind alle superlieb und man wird von jedem mit einem strahlenden Lächeln begleitet von einem „Namaste“, der traditionell Grußformel, begrüßt. An meiner Schule, in der ich sechs Monate arbeite, besteht meine Aufgabe darin, den Kids zu helfen, ihr Englisch zu verbessern. Sei es durch normalen Englischunterricht oder andere Projekte. Selbst normale Konversation hilft schon.

Die Kids sind im Alter von zwei bis 14 Jahre und natürlich sehr niedlich, aber haben es auch, wie Kinder eben überall, faustdick hinter den Ohren.

Jetzt geht es also auf Weihnachten zu. Hier in Nepal gibt es zwar Christen, dennoch ist es hier im Dorf nicht so das große Thema. Ich bin hier ja aber nicht allein. Mit mir ist noch eine andere Volontärin hier: Helen Dörr aus Esslingen. Sie hat letztes Jahr ihr Abitur gemacht und arbeitet hier wie ich in einer Schule. Vor Nepal haben wir uns einen Abend lang gesehen. Aber wir haben das Glück, dass wir uns sehr gut verstehen. Außerdem ist es abends auch mal ganz schön, sich auf Deutsch über seinen Tag und mögliche Hürden in unseren verschiedenen Schulen auszutauschen. Die Begeisterung für Musik ist eine weitere Sache, die uns verbindet. Deshalb waren es auch wir, die gestern lautstark Weihnachtslieder von einer Gruppe namens „Pentatonix“ geübt haben.

Unseren Weihnachtsabend werden wir mit einem deutschen Paar verbringen, das hier sein eigenes Gebäude im Hotel hat und für drei Monate in Nepal ist. Es wird also trotz der Entfernung ein halbwegs deutsches Weihnachten. Auf dem Bild sieht man mich, oben links, mit Helen, oben rechts, und Tara, Lok und Sita (von links). Das sind die drei, die im Hotel arbeiten. Es zeigt uns an dem letzten Tag von Tihar, einem nepalesischen Feiertag, deshalb auch das besondere Aussehen. An diesem Tag ist Lok nach nepalesischer Tradition unser Bruder geworden. Wer mehr über den Feiertag oder mein Leben hier im Allgemeinen erfahren möchte, kann gerne auf meinem Blog, in dem ich Bilder und meine Erfahrungen teile, vorbeischauen: www.meinabenteuernepal.wordpress.com.

Ich schicke ein Namaste und herzlichste Weihnachtsgrüße aus Ghachok nach Deutschland. Besonders an meine Freunde und meine Familie, ich vermisse euch. Allen wünsche ich aber frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

Eure

Hannah Fritz

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