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Die Steinachbrücke ist wieder offen

15.05.2021 05:30, Von Philip Sandrock — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

NÜRTINGEN. Manchmal muss man nicht sehr tief in der Sprüche-Schublade kramen, um ein passendes Sprichwort zu finden: „Was lange währt wird endlich gut“, fasste der Technische Beigeordnete Andreas Neureuther das Ergebnis der Brückensanierung zusammen. Gemeinsam mit Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich, dem Planungsingenieur Martin Kobler und dem Projektleiter des Tiefbauamts, Thorsten Wriske, wurde die Brücke im Rahmen einer kleinen Feier wieder eröffnet. Auch Wriskes Vorgänger Andreas Lang war zur Eröffnung gekommen – er ist zwischenzeitlich in Ruhestand gegangen.

Hier ist eine Zwischenzeile

Martin Kobler, Andreas Neureuther, Johannes Fridrich, Andreas Lang und Thorsten Wriske
Martin Kobler, Andreas Neureuther, Johannes Fridrich, Andreas Lang und Thorsten Wriske

Die Brücke sei 1889 gebaut worden, im gleichen Jahr wie der Pariser Eiffelturm, so OB Fridrich. Mit einem Unterschied: Das Pariser Wahrzeichen sei seinerzeit innerhalb von zwei Jahren hochgezogen worden, „bei der Steinachbrücke hat allein die Sanierung fünf Jahre gedauert“.

Was lange währt: Seit Mittwoch ist die Brücke offiziell wieder offen – mit einem Radweg in der Mitte. Fotos: Holzwarth
Was lange währt: Seit Mittwoch ist die Brücke offiziell wieder offen – mit einem Radweg in der Mitte. Fotos: Holzwarth

Neureuther gab einen kurzen Einblick in die Baugeschichte des Projekts: Schon 2011 habe es Pläne gegeben, die marode Brücke durch einen Neubau zu ersetzen. Es seien auch schon erste Entwürfe gefertigt worden. Dann wurde das Bauwerk ein Jahr später unter Denkmalschutz gestellt. Damit war der Abriss vom Tisch. Es wurde die Sanierung geplant.

Foto: Holzwarth
Foto: Holzwarth

2015 sei schließlich der Baubeschluss für die Sanierung der historischen Brücke im Gemeinderat gefasst worden. Baubeginn war schließlich 2016 – bis Mai 2017 sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. Das 140 Jahre alte Stahlbauwerk wurde abgebaut und nach Bruchsal gebracht. Dort sollte die Brücke saniert werden. Doch es kam zu Verzögerungen, weil die Sanierung angeblich umfangreicher war, als sich bei einer ersten Untersuchung gezeigt hatte.

Die Steinachbrücke

Fast so schön wie der Eiffelturm ist die Nürtinger Steinachbrücke, nur hat deren Sanierung länger gedauert, als de r Bau des Pariser Wahrzeichens Das ist ein Testtext. Ach was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen, wie zum Beispiel hier von diesen, welche Max und Moritz hießen.Das ist ein Testtext. Ach was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen, wie zum Beispiel hier von diesen, welche Max und Moritz hießen.

Und als die Brücke schließlich von der Spezialfirma zurückkam, verweigerte das Bauamt die Abnahme – zu groß waren die Mängel, die vor Ort festgestellt wurden: Die Beschichtung der Stahlkonstruktion sei fehlerhaft, wurde von den Verantwortlichen moniert. An manchen Stellen war sie wohl zu dick, an anderen zu dünn aufgetragen worden. Die Stadt und die Firma blieben bei ihren Standpunkten und so blieb die Brücke fast vier Jahre lang ein Provisorium. Hinzu kam, dass die Firma Teile des denkmalgeschützten Brückengeländers nicht herausrückte und damit ein Druckmittel hatte.

Lange waren die Fronten auf beiden Seiten verhärtet, bis mit dem Amtsantritt von OB Fridrich Bewegung in die Sache kam. Er nahm die Verhandlungen mit der Firma wieder auf. Schließlich kam es zu einem Vergleich: Das Unternehmen verzichtete auf offene Forderungen, habe das Geländer zurückgegeben und die Stadt verzichte im Gegenzug auf Schadensersatzansprüche. „Ein Rechtsstreit hätte die Fertigstellung noch jahrelang verzögert“, so Fridrich bei der Eröffnung. Er habe aber versprochen, dass die Brücke bis zum Maientag 2021 wieder geöffnet werde.

Jetzt ist die Brücke zwar pünktlich fertig, doch der Maientag fällt wegen der Corona-Pandemie erneut aus.

Bei der Planung habe es ein weiteres Problem gegeben: Die Geländer sind nach heutigen Sicherheitsstandards für Radfahrer zu gefährlich. Obwohl vermutlich seit 140 Jahren kein Radler dort in die Steinach gefallen ist, stand zur Debatte, ob die historischen Geländer nicht eigens dafür erhöht werden müssen. Mit großer Mehrheit wurde eine pragmatische Lösung gefunden: Der Radweg wurde kurzerhand in die Mitte der Brücke verlegt.

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