Weihnachtsgrüße

Abseits vom Weihnachtstrubel

23.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rebecca Klesse ist dankbar für die vielen neuen Erfahrungen und Erlebnisse in Ägypten

Rebecca Klesse arbeitet in Ägypten in einem trilingualen Kindergarten, hat aber am Wochenende genügend Zeit, das Land zu entdecken.

Am 30. September dieses Jahres war es für mich so weit: mein kleines Abenteuer in Ägypten begann. Ich stieg morgens in Stuttgart bei um die 15 Grad ins Flugzeug und landete einige Stunden später in Kairo, bei 36 Grad Außentemperatur. Vom Flughafen ging es weiter nach Maadi, einem Stadtteil von Kairo, in dem sich die WG befindet, in der ich für gute drei Monate wohne. Keine fünf Gehminuten von der Wohnung entfernt ist meine Arbeitsstelle, der „Kompass-Kindergarten“, ein trilingualer Kindergarten, in dem die Kinder dreisprachig aufwachsen: arabisch, englisch und deutsch.

Circa 70 Kinder aus den unterschiedlichsten Nationen besuchen den Kindergarten fünf Tage die Woche. Die USA, Frankreich, Deutschland oder Italien sind Beispiele für die Herkunftsländer der Kinder, um nur einige zu nennen. Natürlich besuchen auch ägyptische Kinder den Kindergarten oder Kinder mit zumindest einem ägyptischen Elternteil. Das Alter der Kinder ist von zweieinhalb bis sechs Jahre.

Ich bin zusammen mit einer ägyptischen und einer amerikanischen Kollegin verantwortlich für die Jüngsten im Kindergarten – die Zweieinhalb- bis Dreijährigen in der Gruppe „Mininest“. Die Arbeit mit den Kindern macht mir viel Spaß, ich habe die Kleinen schon sehr ins Herz geschlossen und bin jeden Tag aufs Neue überrascht, mit welcher Energie, Kreativität und Freude die Kinder ihren Kindergartenalltag meistern. Bis zum 3. Januar bin ich noch hier in Ägypten, dann geht es zurück nach Deutschland, denn Anfang nächsten Jahres beginnt für mich wieder die Vorlesungszeit an der dualen Hochschule in Stuttgart. Ich studiere Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit und bin derzeit im dritten Semester.

Neben der Arbeit im Kindergarten habe ich an den Wochenenden genügend Zeit, um Kairo zu verlassen und das Land zu erkunden. Ein Ausflug zu den Pyramiden und ein Kamelritt gehörten natürlich zum Pflichtprogramm. Ich bin dankbar für die vielen neuen Erfahrungen, die ich hier sammeln darf und für die wunderbaren Erlebnisse. Bei einer Jeepfahrt durch die Weiße und die Schwarze Wüste oder bei einem Wochenende an der Nordküste Ägyptens war ich an wunderschönen Orten des Landes und sah Bilder, die man sonst eigentlich nur von Postkarten oder Kalenderblättern kennt. Was ich dort sehen und erleben durfte, steht im krassen Gegensatz zu dem Leben in Kairo, wo man Tag für Tag Müllberge auf den Straßen liegen sieht, umherstreunenden Straßenkatzen und -hunden begegnet und die vorhandene Armut spürt. Ägypten ist sehr unterschiedlich und vielfältig, ein Land mit vielen verschiedenen Seiten. Da Ägypten ein arabisches Land ist, wird Weihnachten hier nicht groß gefeiert. Es wird von der Arbeit aus mit meinen Kollegen und Kolleginnen ein kleineres Weihnachtsfest geben, da ich neben meinen ägyptischen auch einige deutsche oder aus anderen europäischen Ländern stammende Arbeitskolleginnen habe. Was ich an Weihnachten selbst mache, weiß ich noch nicht genau. Alleine werde ich sicherlich nicht sein, denn ich habe hier schon viele nette Menschen kennengelernt, vor allem bei der Arbeit. Es wird für mich dieses Jahr auf jeden Fall ein Weihnachtsfest in kleinem Rahmen geben und egal wie es wird, wird es sicherlich eine schöne und besinnliche Zeit werden – einmal ganz abseits von jeglichem Weihnachtstrubel, den man manchmal so aus Deutschland kennt.

Meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten aus Nürtingen wünsche ich auf jeden Fall alles Liebe, ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ganz liebe Grüße aus dem immer noch sonnigen Ägypten!

Rebecca Klesse

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