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Zwischen Fantasie und Flunkerei

24.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Er ist seit hundert Jahren tot. Aber Karl Mays Geschichten über Indianer und Abenteurer leben weiter. Seine Bücher sind bis heute weltberühmt – aber auch seine Flunkereien.

Wild-West-Klamotten, Lederhut, Gewehr im Anschlag, stechender Blick: So sieht der Schriftsteller Karl May auf einigen alten Fotos aus. Wie ein richtiger Abenteurer. Und etwa so hatte er auch einen Helden in seinen Büchern beschrieben: den tapferen Old Shatterhand. Mit dem Indianer Winnetou erlebte der im Wilden Westen von Amerika zahlreiche Abenteuer. Wegen der Fotos von Karl May dachten damals viele seiner Fans: Old Shatterhand ist eine Art Doppelgänger von Karl May. Viele Fans glaubten: Der Autor hat die Abenteuer in seinen Büchern selbst erlebt.

Karl May lebte vor mehr als hundert Jahren. Er erzählte in seinen Büchern vor allem Geschichten, die Helden wie Old Shatterhand in fremden Ländern erlebten. „Viele Leser gingen davon aus, dass der Schriftsteller selbst in diese Länder gereist war“, sagt der Experte Ulf Debelius. May erzählte in der Ich-Form und beschrieb genau, wie es etwa in Amerika oder in arabischen Ländern aussah. Aus dem Fernsehen konnte er das nicht wissen. Das gab es damals noch nicht. Der Autor bestärkte die Menschen stark in ihrem Glauben, dass er ein weit gereister Abenteurer sei. „Ich bin wirklich Old Shatterhand“, sagte er einmal, „und habe erlebt, was ich erzähle.“ Ein anderes Mal meinte er: Er sei gerade von einem Ausflug in ferne Orte zurückgekehrt – und zwar mit einem Messerstich als Andenken. Karl May behauptete auch, dass er zahlreiche fremde Sprachen spreche. Und er schmückte sein Haus mit Dingen, die an Abenteuer in fremden Ländern erinnerten. Da gab es etwa einen ausgestopften Löwenkopf und eine Kette, die angeblich aus den Zähnen eines Bären gemacht war. Tatsächlich aber war das Ganze viel Show und Schwindel. „Als Karl May über die Erlebnisse in fremden Ländern schrieb, hatte er diese Länder noch nie gesehen“, erzählt der Experte.

Das Leben von Karl May war recht verkorkst. Er hatte mehrere Male im Gefängnis gesessen, unter anderem wegen Betrügereien. Ein Bekannter gab ihm schließlich die Gelegenheit, mit Geschichten Geld zu verdienen. So dachte sich Karl May die Abenteuer von Old Shatterhand und Winnetou und vielen anderen aus. Sein Wissen über fremde Länder hatte Karl May vor allem aus Büchern. „Er nutzte Reiseberichte, Landkarten und zum Beispiel auch indianische Wörterbücher“, sagt Ulf Debelius. Vielleicht wäre Karl May selbst gerne ein Held gewesen. Vielleicht gab er sich als Abenteurer aus, damit sich seine Bücher besser verkauften. Oder aber seine große Fantasie ging einfach mit ihm durch. Vielleicht konnte May manchmal Wirklichkeit und Fantasie nicht immer gut auseinanderhalten, meint der Experte. Irgendwann aber flog der Schwindel auf. Und Karl May wurde von einigen Leuten stark angefeindet. Er rechtfertigte sich damals, indem er etwa sagte: Er habe alles wirklich erlebt, nur eben nicht in fremden Ländern. Fest steht: Viele Menschen fanden Karl Mays Geschichten so spannend, dass der Autor bald jede Menge Fans hatte.

Gegen Ende seines Lebens reiste er tatsächlich nach Amerika und in den Orient. Er war zum Teil überrascht, wie es dort wirklich aussah.

Wild-West-Klamotten und Hut: Etwa so hat der Schriftsteller Karl May einen Helden in seinen Büchern beschrieben – den tapferen Old Shatterhand. Mit dem Indianer Winnetou erlebte der zahlreiche Abenteuer. Die Geschichten werden noch gespielt. Foto: Wolfgang Langenstrassen/dpa

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