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Zurück zum Ursprung: Renaturierung von Flüssen

12.05.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Beton-Mauern statt Wiesen und Sand – so sehen die Ufer mancher Flüsse aus. Menschen haben das vor vielen Jahren so gebaut. Dann merkte man: Das war keine gute Idee. Darum tut man an einigen Orten viel, damit die Flüsse wieder so aussehen wie früher. Zum Beispiel die Isar.

Früher floss die Isar wie ein schnurgerader Kanal durch München. Jetzt darf sie wieder wild fließen.
Früher floss die Isar wie ein schnurgerader Kanal durch München. Jetzt darf sie wieder wild fließen.

Mitten in dem Fluss Isar gibt es eine Kinderstube – und zwar für Fische. Das ist ein Kreis aus großen Steinen. An dieser Stelle ist die Strömung nicht so stark. Fische legen nämlich gerne in einer ruhigen Ecke ihre Eier ab, sagt Daniela Schaufuß. Deswegen bauten sie und ihre Kollegen auch den Steinkreis – und noch viel mehr solcher Dinge. Daniela Schaufuß kümmert sich in München darum, dass die Isar wieder so aussieht, wie sie früher einmal war. Die Stadt München liegt in Bayern.

Vor über hundert Jahren bauten Menschen die Isar um. Sie errichteten zum Beispiel Betonmauern am Ufer und machten den Fluss gerade. Er floss dann wie ein schnurgerader Kanal durch München. Das machte man auch, weil man das Wasser zu Wasserkraftwerken leiten wollte, sagt Daniela Schaufuß. In Wasserkraftwerken wird Strom erzeugt.

Früher wurden viele Flüsse begradigt. Heute weiß man aber: So super war das nicht. Denn der Fluss-Umbau zerstörte Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Deshalb buddelten Daniela Schaufuß und ihre Kollegen die Isar noch einmal um. Sie rissen zum Beispiel den Beton aus dem Fluss. Das Ganze nennen Fachleute Renaturierung. Das bedeutet: Der Fluss soll ungefähr wieder so fließen, wie er früher einmal aussah.

„Wir haben nicht exakt festgelegt, wie die Isar nun fließen soll“, sagt Daniela Schaufuß. Die Expertin und ihre Kollegen gaben dem Fluss nur grob den Weg vor. Das klappte vor allem mithilfe von Wasserbausteinen. Das sind schwere Kalksteine, die unterschiedlich groß sind. Aus diesen Bausteinen bastelten Fachleute ein neues Flussbett für die Isar. Den Rest macht die Isar selbst.

„Vieles ist Gefühlssache“, sagt Daniela Schaufuß. „Man legt einen Stein hin, schaut, wie die Isar drum herumfließt, legt noch einen rein, und dreht ihn ein bisschen.“ Schon nach einem kleinen Hochwasser können die Ufer der Isar ganz anders aussehen. Genau das findet die Expertin spannend: „Man muss die Isar einfach nehmen, wie sie ist.“

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