Paulas Nachrichten

Zuhören kann trösten

05.02.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In der Klasse, auf dem Spielplatz oder zu Hause: Du hast bestimmt auch schon mal Menschen gesehen, die geweint haben. Wie aber kann man jemandem helfen, der gerade heftig schluchzt?

„Man kann zum Beispiel ein Taschentuch anbieten und seine Hand ausstrecken, damit der andere sie nehmen kann, wenn er will“, sagt Fachfrau Beate Friese. Möglicherweise fängt der andere dann auch an zu erzählen, warum er so weint. „Am besten lässt man ihn reden und unterbricht ihn nicht“, sagt die Expertin. „Zuhören kann sehr helfen.“ Zu sagen „Ach, das ist alles nicht so schlimm!“ ist dagegen nicht so gut, findet sie. Besser seien Sätze wie „Uff, das ist aber wirklich nicht schön!“.

Manchmal kann es aber sein, dass sich jemand nicht helfen lassen möchte. Zum Beispiel, weil er nicht will, dass ihn jemand weinen sieht. Oder weil er in Ruhe weinen möchte. „Das muss man akzeptieren“, sagt Beate Friese. „Dann kann es aber auch helfen, wenn man sagt: ,Ich lasse dich erst einmal alleine. Aber ich schaue später nochmal nach dir.‘“. Das kann übrigens auch einem selbst helfen. Zum Beispiel, weil man in dem Moment nicht so genau weiß, was man machen soll, wenn der andere weint. „Manchmal fällt es einem schwer, dabei zu sein, wenn jemand weint“, sagt die Expertin. Das sei völlig in Ordnung. Man könne ruhig sagen „Ich schaue später noch einmal nach dir“ – und dann seine Hilfe anbieten.

Vor anderen Menschen zu weinen, ist vielen Leuten auch unangenehm. Sie schämen sich fürs Weinen. Aber das muss man nicht!

Natürlich auch Jungs und erwachsene Männern. Einige Leute sagen zwar: „Jungen weinen nicht“ – aber das ist Quatsch, findet Beate Friese. Jeder muss weinen dürfen: Jungs und Mädchen.

Paulas Nachrichten