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Zu hungrig, um in der Schule aufzupassen

15.10.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Menschen essen Blätter und Gras, weil ihnen andere Nahrungsmittel fehlen. In Madagaskar haben Trockenheit und Dürre zu einer Hungersnot geführt.

Der Boden ist ausgetrocknet. Seit Langem hat es nicht richtig geregnet in Madagaskar. Kommt doch einmal Regen, ist der harte Boden kaum in der Lage, das viele Wasser aufzunehmen. Besonders der Süden des afrikanischen Landes ist von der Dürre betroffen. So trocken war es dort seit 40 Jahren nicht mehr!

Die Dürre trifft die Menschen extrem hart. „In der Region beziehen sehr viele Menschen ihr ganzes Einkommen aus der Landwirtschaft“, sagt Simone Pott von der Hilfsorganisation Welthungerhilfe. Was die Menschen anbauen, brauchen sie vor allem für sich selbst. Bleibt etwas übrig, verkaufen sie es auf Märkten. Doch nun ist die Ernte durch die Dürre mehrmals hintereinander ausgefallen.

Deshalb müssen die Menschen Mahlzeiten weglassen. „Die Menschen in Madagaskar essen manchmal nur noch alle zwei bis drei Tage etwas“, sagt Simone Pott. Aus Verzweiflung essen sie auch Blätter, Gras und Kakteenfrüchte. Mehr als 100 000 Kinder seien akut unterernährt, sagt Frau Pott. „Das bedeutet, dass die Kinder über Monate hinweg zu wenig zu essen hatten.“

Die Menschen magern ab und werden schwächer. „Die Kinder in der Schule können sich nicht mehr gut konzentrieren. Auch die oft langen Fußmärsche zu den Schulen werden immer schwerer“, sagt die Expertin. Die Menschen werden durch die Hungersnot anfälliger für Krankheiten. Hinzu kommt, dass ihnen auch sauberes Wasser fehlt. Viele bekommen deswegen Durchfall, was in so einer Lage echt gefährlich werden kann.

Organisationen wie die Welthungerhilfe unterstützen die Menschen. Sie verteilen Nahrungsmittel und Saatgut. Doch das reicht nicht aus, denn Madagaskar ist nicht das einzige Land, in dem Hilfe nötig ist. Ein Grund für die Lage sei der Klimawandel, sagt Simone Pott. Wir alle müssten besser darauf achten, Ressourcen wie Rohstoffe und Energie nicht zu verschwenden, um die Erde in Zukunft besser zu schützen. dpa

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