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Zu Fuß zu den Kindern der Welt

01.06.2019, Von Christina Spitzmüller — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein Extremsportler will über alle Kontinente laufen und den Kindern Fragen stellen

Sieben Jahre, sieben Kontinente, sieben Fragen: Norman Bücher läuft durch die ganze Welt, um Kindern zuzuhören. Ihre Antworten will der Extremsportler sammeln – und an einen besonderen Ort tragen.

Norman läuft meistens alleine. Kinder und Jugendliche begleiten ihn aber in den Hauptstädten ein kleines Stück.  Foto: Christina Spitzmüller
Norman läuft meistens alleine. Kinder und Jugendliche begleiten ihn aber in den Hauptstädten ein kleines Stück. Foto: Christina Spitzmüller

WALDBRONN/BERLIN. Norman Bücher liebt es, zu laufen. Der Extremsportler hat zu Fuß schon fast die ganze Welt durchquert. Jetzt ist er wieder losgelaufen. Dieses Mal aber nicht nur wegen des Sports. Norman möchte Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt treffen und mit ihnen reden.

Joggen von Land zu Land

In sieben Jahren will er über alle sieben Kontinente joggen und hat passend dazu sieben Fragen im Gepäck. Zum Beispiel: Was macht dich glücklich? Was ist dein größter Traum? Was macht dir Angst? „Ich glaube, das ist etwas, was wir Erwachsenen viel zu selten machen: Kindern zuhören“, sagt Norman. 2018 hat er dafür sein Lauf-Projekt gestartet. „7 continents“ heißt es, also sieben Kontinente.

Los ging es im Oktober vergangenen Jahres. In 17 Tagen joggte der Sportler von Straßburg in Frankreich bis nach Berlin. 750 Kilometer waren das, mit dem Zug würde man für die Strecke fast sieben Stunden brauchen. Gerade läuft Norman die nächste Etappe. Von Berlin nach Istanbul in der Türkei, 2300 Kilometer, alles zu Fuß.

Start war im Mai

Im Mai startete er damit. Damals begleitete Felix ihn ein kurzes Stück durch Berlin. Felix ist neun Jahre alt und setzt sich für den Frieden ein. Gemeinsam mit Freunden hat er Plakate gegen Kriege auf der Welt gebastelt und sie auf seinem Spielplatz aufgehängt. Die wurden aber schnell wieder abgerissen.

Deshalb ist er froh, dass Norman ihm zuhört. „Weil es Krieg und Waffen gibt, sterben ganz viele Menschen, die noch so ein schönes Leben haben könnten“, sagt Felix. Er glaubt, dass Kinder die Welt auch ohne die Hilfe der Großen verändern können.

Trotzdem findet Felix es gut, wenn sich auch viele Erwachsene dafür einsetzen. Das sieht auch Johan so. Der 14Jährige lief im Mai ebenfalls ein Stück mit Norman. „Es ist wichtig, dass die Erwachsenen Kindern zuhören und ihre Meinung ernst nehmen“, findet er.

Vorträge in den Schulen der Hauptstädte

In den Hauptstädten, durch die Norman läuft, hält er Vorträge an Schulen oder anderen Orten, wo junge Menschen sind. Er möchte ihnen beibringen, wie sie etwas verändern. „Nicht jeder muss loslaufen, das ist mein Projekt“, sagt Norman. „Aber jeder hat Stärken, besondere Fähigkeiten oder Talente. Damit kann er andere erreichen.“

2024 will Norman die Antworten, die er gesammelt hat, in den USA am Hauptsitz der Vereinten Nationen präsentieren. Das ist eine Organisation, die sich auch für Frieden einsetzt. Fast alle Länder der Erde sind dort Mitglied. Wie genau Norman zeigen will, was er in den sieben Jahren von Kindern gelernt hat, verrät er aber noch nicht.

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