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Zeugnisse in besonderen Zeiten

25.01.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In diesem Jahr kommen die Zeugnisse per Post

Sie kommen mit der Post, werden in der Schule abgeholt oder erst mal digital verschickt: Ab Ende Januar werden die Halbjahres-Zeugnisse ausgeteilt. Was daran in diesem Jahr anders ist, erfährst du hier.

Ab Ende Januar werden die Zeugnisse verteilt.  Foto: picture alliance
Ab Ende Januar werden die Zeugnisse verteilt. Foto: picture alliance

(dpa) Gerade ist nichts wie gewohnt? Doch! Ein paar Dinge bleiben gleich, selbst wenn manche darauf sogar gerne verzichten würden. Dazu zählen die Halbjahres-Zeugnisse. Denn selbst wenn der Unterricht gerade zu Hause stattfindet und man Mitschüler und Lehrer schon länger nicht mehr gesehen hat: Ab Ende Januar werden in den Bundesländern die Zeugnisse verteilt.

Manche Schüler machen sich vielleicht Sorgen. Denn wie soll ein Lehrer jemanden bewerten, den er schon länger nicht mehr richtig gesehen hat? Der Fachmann Stefan Behlau beruhigt. „Die Noten entstehen nicht erst in den letzten Wochen kurz vor der Vergabe der Zeugnisse“, sagt er. Er arbeitet für den Verband VBE, der sich für Lehrerinnen und Lehrer einsetzt.

Seit dem Ende der Sommerferien habe auch viel Unterricht in der Schule stattgefunden. „Auch in dieser Zeit haben die Lehrerinnen und Lehrer schon einen Eindruck von den Kindern bekommen“, sagt er. Stefan Behlau erklärt außerdem: „Das war ein außergewöhnliches Schuljahr. Das wissen auch die Lehrer und Lehrerinnen.“ Sie würden das in ihren Bewertungen berücksichtigen, meint der Fachmann.

Teilweise hätten die Lehrerinnen und Lehrer noch mal einen ganz anderen Blick auf ihre Schüler bekommen. Als Beispiel nennt Stefan Behlau die mündliche Beteiligung im Unterricht. Wer sich sonst vielleicht nicht so gerne meldet, um seine Hausaufgaben vorzulesen, hat jetzt andere Möglichkeiten. Denn die Aufgaben werden häufig schriftlich erledigt und an die Lehrer gesendet. „Die Lehrer schauen sich dann jede einzelne Aufgabe an. Dazu ist im normalen Unterricht ja meist keine Zeit.“ Stefan Behlau schlägt außerdem vor, auch andere Dinge für die Bewertung zu berücksichtigen. Zum Beispiel die Frage: Wie gut haben sich die Schülerinnen und Schüler ihre Zeit zum Lernen eingeteilt? Haben sie ihre Aufgaben pünktlich erledigt?

Bei all dem ist aber auch klar: Manche Kinder haben zu Hause mehr Ruhe zum Lernen als andere. Manche bekommen Hilfe von ihren Eltern, andere nicht. Das führt auf Dauer zu Ungerechtigkeiten. Wer zu Hause nicht so gut lernen kann und Angst hat vor dem Zeugnis, der sollte am besten mit seiner Lehrerin oder seinem Lehrer sprechen. „In so einem Gespräch kann man sich erklären und Dinge klären“, sagt Stefan Behlau. Und wenn das Zeugnis trotzdem schlechter ausfällt als erhofft? „Dann sollte man sich nicht verrückt machen“, sagt der Fachmann. „Das Schuljahr ist noch lang. Und ein Schulleben besteht nicht nur aus einem Schuljahr.“

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