Paulas Nachrichten

Zeitreise durch Deutschland – eine Geburtstagstour

15.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Zum Geburtstag schreiben manche einen Wunschzettel. Jetzt feiert die Bundesrepublik Deutschland 60. Geburtstag. Wenn Staaten sich auch etwas wünschen könnten, was würde wohl auf dem Zettel stehen? Vielleicht: Dass viele Leute sich mächtig für die eigene Geschichte interessieren und ein Museum besuchen – zum Beispiel eines über Deutschland. Deshalb macht „dpa-Nachrichten für Kinder“ Vorschläge. Besonders spannend sind die Hauptstädte: also Berlin. Und Bonn von früher. Die Stadt in Nordrhein-Westfalen war lange das Zentrum der Politik für Westdeutschland.

BONN: Hast du eine Frage zu Sachen, die nach dem Zweiten Weltkrieg wichtig waren? Dann geh doch ins Haus der Geschichte in Bonn. Besucher sehen dort viele Original-Sachen, die aus den früher getrennten Teilen unseres Landes stammen: aus Westdeutschland und der DDR im Osten. Hilfspakete für Menschen in Berlin zum Beispiel – sogenannte Care-Pakete (gesprochen: Käär-Pakete). Sie stammen aus der schlimmen Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu sehen sind auch Teile der Berliner Mauer, die mit Graffiti besprüht sind. Aus einer späteren Zeit stammt ein Container, in dem Flüchtlinge aus dem Ausland leben mussten. Sie kamen, weil Deutschland inzwischen reicher geworden war und ein Land, in dem man sicher leben kann. In der Schau steht auch ein vergitterter Original-Wasserwerfer der Polizei von 1968. Damals bekämpften sich in Westdeutschland Polizisten und junge Leute, die protestierten, auf den Straßen. Aus der DDR stammt ein aus Kinderwagenteilen selbstgebastelter Rasenmäher. Oder ein Fünf-Jahres-Plan für die Wirtschaft, mit dem die Mächtigen dort den Firmen Vorschriften zur Produktion machten. Weltraum-Fans aufgepasst: Auch der Raumanzug des ersten Raumfahrers aus der DDR ist in Bonn zu bestaunen.

BERLIN: Berlin war bis vor etwa 20 Jahren durch eine hohe Mauer in zwei Teile zerschnitten. Davon erzählt vieles in der Hauptstadt. Etwa die Gedenkstätte zur Berliner Mauer. Die Macher laden Acht- bis Zwölfjährige zu Extra-Führungen ein. Auf dem früheren Grenzstück – dem Todesstreifen – in der Bernauer Straße besuchen sie die Kapelle. Dort stand einst schon mal eine Kirche. Doch die DDR-Führung ließ sie zerstören, damit die Grenzposten bessere Sicht hatten. Aus dem Bauschutt der gesprengten Kirche wurde später der Erinnerungsort gebaut. Bei ihrer Zeitreise erfahren die Schüler, dass die Mauer genau durch die Bernauer Straße lief. Und dass Fenster zugemauert wurden, als der Grenzwall 1961 errichtet wurde. Kannst du dir vorstellen, dass du plötzlich nicht mehr durch deine Haustür auf die Straße kannst? Darüber können Kinder in der Gruppe dann reden. Und so vielleicht spüren, wie es anderen beim Mauerbau und danach ging.

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