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Yogis strecken sich wie Hunde oder Kobras

30.09.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Namaste“ sagen die Kinder und verbeugen sich dabei. Das ist ein bisschen ungewohnt: „Namaste“ ist ein Gruß von Hindus in Indien.

Dabei legen die Leute ihre beiden Handflächen aneinander und halten sie vor den Körper – fast so, als ob sie beten würden. „Aber das ist keine Gebetshaltung“, sagt Clementine Wendt. Denn die 47-Jährige ist ja auch keine Priesterin, sondern Yoga-Lehrerin in Dortmund in Nordrhein-Westfalen. Das Wort Yoga kommt aus einer alten indischen Sprache und bedeutet so etwas wie „verbinden“ oder „anspannen“. Dahinter steckt eine Art Turnsport, bei dem man sich anstrengt und wieder entspannt. Clementine Wendt und die Yoga-Leute haben ihre Turnmatten in einen Kreis gelegt. Auf dem Boden steht ein Duftlämpchen neben einem bunten Blumenstrauß. Einmal in der Woche kommt die Gruppe zusammen, um Yoga zu machen. Dabei dehnen sie ihre Körper, zum Beispiel die Arme und Beine, und bewegen sich ähnlich wie manche Tiere.

Sie strecken sich wie etwa ein Hund oder sie bewegen sich wie eine Kobra und zischen dabei – das ist übrigens gut für den Rücken. „Das stärkt die Muskeln“, sagt die Yoga-Lehrerin. Pauls Lieblingsübung ist die Ente. So heißt die Übung. Dazu geht der Elfjährige in die Hocke, winkelt die Beine an und legt sein Gewicht auf die Hände.

Naomi stellt sich am liebsten so hin wie ein Baum. „Mir macht es Spaß, auf einem Bein zu stehen“, sagt die Elfjährige. Bei den Übungen achten die Yogis – so heißen die Leute, die Yoga machen – auf das Ein- und Ausatmen. Das hilft dabei, ruhiger zu werden. Der elf Jahre alte Liam macht schon seit ein paar Jahren Yoga. „Dabei kann ich mich entspannen“, sagt er. Das fühlt sich dann an, als ob der Körper in alle Richtungen zerfließt. „So wie ein Pfannkuchen, wenn er in das heiße Fett kommt“, sagt die Yoga-Lehrerin Clementine Wendt. Beim Yoga könne man alles andere vergessen. „Ich konzentriere mich dabei ganz auf das, was ich tue“, sagt Fachfrau Wendt. Die Yogis machen ihre Bewegungen oft ganz in Ruhe. Wenn sie sich zum Beispiel wie eine Mondsichel auf den Boden legen, dann drehen sie die Arme und Beine ganz langsam zur Seite. Aber auch das kann Kraft kosten.

Manche Übungen sehen ganz schön kompliziert aus. „Das sind sie aber nicht. Manchmal ist es nur ein bisschen anstrengend“, sagt Naomi. Für Clementine Wendt sind die meisten Übungen nicht mehr anstrengend. Sie macht schließlich schon seit 23 Jahren Yoga und übt jeden Tag. „Das macht einfach Spaß“, sagt sie.

Vielleicht hast du Lust, selbst Yoga auszuprobieren? Du kannst ja mal die Übung Baum versuchen:

1 Dazu stellst du deine Füße gerade nebeneinander und kommst zur Ruhe. Du suchst dir einen Punkt an der Wand, auf den du die ganze Zeit guckst. 2 Dann verlagere das Gewicht auf einen Fuß und strecke dich gleichzeitig mit dem ganzen Körper nach oben. Den anderen Fuß hebst du dann so hoch, bis das Knie in Hüfthöhe ist.

3 Jetzt das Fußgelenk greifen und den Fuß auf die Innenseite des Oberschenkels legen. „Das Knie zeigt dabei zur Seite“, sagt die Yoga-Lehrerin.

4 Dann führst du die Arme langsam zur Seite und hebst sie nach oben. Auf dem gleichen Weg geht es zurück.

Übrigens: Keine Sorge, wenn es nicht so richtig klappt. Es gibt ja auch viele verschiedene Bäume – und jeder ist ein Einzelstück.

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