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Yi jia shi – Chinesisch büffeln in der Schule

09.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Morgens um acht in der fünften Klasse des Gymnasiums Marienthal in Hamburg. „Yi jia shi?“, ruft die Lehrerin Yang Chen fragend in die Klasse. Tina Perkusic überlegt kurz. „Zehn plus eins?“ „Shi yi“, ruft sie. „Elf, richtig, sehr gut“, lobt Yang Chen. Was für ungeübte Ohren wie eine Geheimsprache klingt, ist Chinesisch. Tina und ihre 25 Mitschüler lernen es seit Start der fünften Klasse im August 2008. „Angefangen haben wir mit einzelnen Worten wie danke“, erinnert sich Tinas Schulfreundin Kim Feller. Später kamen Begrüßungen wie Hallo und Guten Morgen dazu, die Zahlen von 1 bis 100, Farben, Obst und einige Alltagsworte.

„Das Schwierigste ist für Deutsche die Aussprache“, erklärt Yang Chen. Anders als in unserer Sprache gibt es im Chinesischen keine Buchstaben, die man zu Worten zusammenfügt. „Unsere Sprache besteht aus Schriftzeichen“, erklärt Chen. Sie stammt aus China. Und sie lebt seit sieben Jahren in Deutschland. Bei der Aussprache kommt es auf die ganz genaue Betonung an. „Eine Silbe bekommt eine ganz andere Bedeutung, wenn man die Stimme etwa am Ende hebt oder senkt“, sagt die 28-Jährige. Ein Beispiel: „tang“ kann ganz Verschiedenes bedeuten – je nachdem, wie es ausgesprochen wird – „Suppe“, „Zucker“, „liegen“ oder „heiß“. Ganz schön kompliziert, oder? „Man muss halt üben wie in Englisch oder Französisch auch“, berichtet David Divinsky aus Erfahrung. „Aber so schwer finde ich das nicht.“ Was ihm und seinen Schulkollegen hilft: Je früher man anfängt, eine Fremdsprache zu lernen, desto leichter ist es. Und die komplizierten Schriftzeichen? „Die sehen doch ganz schön aus“, findet David. Damit Chinesischschüler die Zeichen ein bisschen leichter aussprechen können, gibt es eine kleine Hilfe: Neben jedem Zeichen steht die Übersetzung in Lautschrift. „Die nennt man Pinyin- Schrift“, erklärt Lehrerin Yang Chen. Damit werden die chinesischen Schriftzeichen in die Buchstaben unseres Alphabets „übersetzt“.

Warum haben sich Tina, David und die anderen diese komplizierte Sprache ausgesucht? „Weil sie echt Spaß macht und ich bald einmal nach China möchte“, sagt Kim – und die anderen nicken. Sie sind stolz auf die Worte Chinesisch, die sie bereits können. Und sie freuen sich auf ihre erste Reise nach Shanghai zu ihrer Partnerschule in China.

Versuche dir die verschiedenen Vokabeln für „Hund“ in anderen Sprachen einzuprägen.

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