Paulas Nachrichten

Wuselige Tierchen: Ameisen leben in Großfamilien

12.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Was ist das denn? Da, wo wir gestern Abend das ungespülte Geschirr vor die Zelte gestellt haben, wuseln nun Hunderte Ameisen herum. Sie laufen in einer Linie hintereinander her und schleppen die Essensreste von den Tellern weg.

Doch auch wenn sich einige Menschen über sie ärgern oder sich sogar vor ihnen ekeln: Ameisen sind tolle Tiere, die wichtig für die Natur sind. Sie leben gern in so etwas wie Großfamilien – manche sagen auch Staaten dazu.

„Ameisen sind extrem wichtig für die Umwelt, weil sie den Müll wegräumen“, erklärt ein Tier-Fachmann, der Zoologe Julian Heiermann vom Naturschutzbund NABU. Die Insekten fressen nämlich nicht nur unsere Essensreste auf. Sie verdrücken auch abgestorbene Pflanzen, faules Obst, andere Insekten und sogar tote Tiere. „Ameisen sind daher die Gesundheitspolizei der Natur“, sagt Heiermann. Wenn sie nicht wären, sähe es an vielen Stellen ganz schön unordentlich und dreckig aus.

Ameisen sind nicht gern alleine. Stattdessen leben sie in riesigen Familien zusammen.

„In einem Ameisenbau wohnt ein ganzes Ameisenvolk, das aus mehreren Hunderttausend Tieren bestehen kann“, erzählt der Fachmann. Bei den Roten Waldameisen, die es bei uns häufig gibt, können sogar zwei Millionen Tiere in einem Bau zusammenleben. Das ist irrsinnig viel. Zum Vergleich: In Hamburg und München leben jeweils auf einer großen Fläche weniger als zwei Millionen Menschen.

Ameisen gibt es fast überall auf der Welt, am Polarkreis, in der Wüste, in tropischen Urwäldern und natürlich auch bei uns. Sie leben im Wald, im Garten, auf Wiesen, in den Städten – manchmal sogar in den Fugen zwischen Pflastersteinen und unter Terrassenplatten.

Ameisen stecken dabei ihr Revier ganz genau ab. Sie achten darauf, dass keine fremden Ameisen in ihr Gebiet eindringen. Sie haben nämlich Angst, dass andere Ameisen ihnen die Nahrung wegfressen könnten.

„Deswegen überprüfen Ameisen immer genau, ob eine andere Ameise zu dem eigenen Volk gehört oder nicht“, sagt Julian Heiermann.

Wenn sich Ameisen treffen, begrüßen sie sich und riechen aneinander. Jedes Volk hat nämlich seinen eigenen Geruch. „Merkt eine Ameise dann: Oh, die andere Ameise kommt ja von einem anderen Volk – dann ruft sie Verstärkung und die eindringende Ameise wird verjagt.“

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