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Wolkenjagd im Hubschrauber

26.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Aus der Ferne sehen Wolken oft aus wie weiße oder graue Wattebäusche. Trotzdem müssen Forscher aufpassen, wenn sie mit Hubschraubern an die Wolken heranfliegen.

Mal sind sie klein und fluffig. Mal hängen sie wie Schleier am Himmel. Und manchmal türmen sie sich zu riesigen dunklen Bergen auf. Aber was passiert eigentlich in den Wolken? Das untersucht der Wolkenforscher Holger Siebert.

Bei seiner Arbeit fliegt er manchmal zu den Wolken – in einem Hubschrauber. Zwei Piloten steuern das Fluggerät, während er und ein Kollege die Messinstrumente kontrollieren. Die Messgeräte sind nicht direkt im Hubschrauber. Sie gehören zu einer Messstation, die an einem langen Seil unter dem Hubschrauber hängt. „Wir fliegen mit dem Hubschrauber über die Wolken, nur die Geräte tauchen in die Wolke ein“, erzählt Holger Siebert. „Denn in einer Wolke kann es ganz schön rund gehen. Und wir wollen ja heil wieder hinunterkommen.“ Bei ihren Forschungsreisen messen die Forscher oft starke Luftströme nach oben, also Aufwinde. „Die stärksten Aufwinde findet man in der Wolkenmitte. Aber turbulenter wird es meist an den Rändern einer Wolke. Denn dort treffen sich Aufwinde und Abwinde“, sagt Holger Siebert. „Wer schon einmal mit dem Flugzeug geflogen ist, kennt das vielleicht: Da ruckelt es manchmal ordentlich, wenn man in eine Wolke hineinfliegt. Ist man drin, wird es wieder ruhiger.“ Zwei Stunden sind Holger Siebert und seine Kollegen meistens in der Luft. Zuerst fliegen sie Routen ab, die sie vorher vereinbart haben. Zum Beispiel messen sie über dem Meer, wie feucht die Luft in unterschiedlicher Höhe ist. Auch Wolken sind ja nur feuchte Luft. Bloß bildet die Feuchtigkeit in der Luft unter bestimmten Bedingungen feine Tröpfchen – ähnlich wie Wasserdampf aus der Dusche, wenn er auf den kalten Badezimmerspiegel trifft. Nach etwa einer Stunde ruft Holger Siebert: „Jetzt freies Wolkenjagen!“ Der Pilot weiß dann, was zu tun ist. In der nächsten Stunde versucht er, die Messstation in sehr viele Wolken hineinzutauchen, um reichlich Daten zu sammeln.

Die Messgeräte der Station zeichnen zum Beispiel ständig auf, wie schnell der Wind weht, wie warm es ist und wie groß die Wassertröpfchen der Umgebung sind. Später soll das zum Beispiel verraten, wann es aus einer Wolke am stärksten regnet. Wenn der Hubschrauber wieder auf der Erde landet, beginnt der ruhigere Teil der Arbeit. Holger Siebert lädt die Messdaten in einen Computer und wertet sie danach viele Monate lang aus. In der Zeit beobachtet auch er die Wolken am Himmel nur von unten.

Forscher des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung in Barbados. Holger Siebert (Zweiter von links) fliegt für seine Untersuchungen manchmal selbst zu den Wolken. Foto: Leibniz-Institut

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