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Woher kommt Rohöl und warum brauchen wir es?

28.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Seit Wochen sprudelt giftiges Rohöl aus einem Loch im Boden vom Golf von Mexiko nahe den USA. Das Öl verschmutzt nicht nur das Wasser, sondern bedroht auch viele Tiere und Pflanzen. Bislang haben es Fachleute nicht geschafft, das Loch zu stopfen.

Woher diese Riesen-Mengen Rohöl im Erdboden überhaupt kommen und warum man nicht aufhört, Öl aus dem Boden zu holen, erklärt Fachmann Matthias Reich den dpa-Nachrichten für Kinder.

Warum hört man nicht auf, Rohöl aus dem Erdboden zu holen?

Viele Menschen würden tatsächlich gerne mehr alternative Energie wie Sonnenenergie oder Erdwärme nutzen. Wir können auch schon einen Teil unserer Energien aus diesen Quellen decken. Aber das reicht noch nicht. Den weitaus größten Anteil unseres Energie-Bedarfs müssen wir noch aus fossilen Quellen decken. Das sind Erdöl, Gas und Kohle.

Aus Rohöl werden auch viele Dinge gewonnen, die wir sehr oft brauchen: Gas, Benzin oder Rohstoffe zur Herstellung von Plastik. Wenn wir also auf Rohöl verzichten würden, müsste sich jeder von uns im Alltag deutlich einschränken. Das würde bedeuten, dass wir viel weniger Auto fahren, und es gäbe kaum Dinge aus Plastik. Viele Menschen möchten auf all diese Dinge nicht verzichten. Deswegen brauchen wir weiterhin das Erdöl.

Woher kommt das Rohöl im Erdboden?

Öl entsteht aus organischem Material, also aus so etwas wie Pflanzen oder Lebewesen. Diese Lebewesen und Pflanzen haben vor vielen Millionen Jahren gelebt. Eigentlich verrotten Pflanzen ja, wenn man sie beispielsweise auf den Kompost wirft.

Aber wenn man verhindert, dass Sauerstoff aus der Luft drankommt, dann verrottet dieses Material nicht, und so kann Rohöl entstehen. Das kann auch mit Plankton im Meer passieren. Plankton sagt man zu Mini-Lebewesen, die im Wasser schweben. Wenn nun zum Beispiel Plankton im Meer herabsinkt und sich Schlammschichten darüber ablagern, kommt keine Luft mehr an die Planktonmasse, die dann nicht verrotten kann. Mit den Jahren sinkt diese Masse immer weiter in den Boden. Tief im Erdboden steigen aber auch die Temperatur und der Druck, so dass aus dem organischen Material mit der Zeit unter anderem Rohöl entsteht. Bis es sich gebildet hat, vergehen aber viele Millionen Jahre!

Wie viel Rohöl gibt es im Boden der Erde?

Das sind riesige Mengen. An verschiedenen Stellen unter der Erdoberfläche gibt es immer wieder Rohöl-Lager. Jedes Lager ist unterschiedlich groß. Es gibt kleinere, aber auch solche, die viele Kilometer lang und breit und 100 Meter hoch sind. Dort sind teilweise mehrere Millionen Tonnen Rohöl drin.

Damit so viel Rohöl entstehen konnte, sind vor vielen, vielen Jahren wahrscheinlich ganze Wälder mit Schlamm bedeckt und konserviert worden. Zum Beispiel weil ein Fluss irgendwann seinen Lauf verändert und dabei riesige bewachsene Flächen mit Schlamm bedeckt hat.

Das Öl verschmutzt nicht nur das Wasser, sondern bedroht auch viele Tiere und Pflanzen. Fotos: Greenpeace/EPA/Daniel Beltra

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