Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Wo Jesus geboren wurde – die Geburtskirche

13.12.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jesus – von ihm hast du sicher schon gehört. Er ist der Grund, warum Christen das Weihnachtsfest feiern. Man sagt, er sei in einem Stall oder in einer Grotte in Bethlehem geboren. Diesen Stall findet man in der Stadt in der Region Palästina zwar nicht. Dafür aber eine große Kirche: die Geburtskirche. In ihr gibt es einiges zu entdecken.

Das Foto zeigt den Silberstern in der Geburtskirche von Bethlehem. Foto: Nastassja Steudel
Das Foto zeigt den Silberstern in der Geburtskirche von Bethlehem. Foto: Nastassja Steudel

Der Priester muss den Kopf einziehen, als er die Geburtskirche betritt. Denn die steinerne Öffnung ist nur etwas mehr als einen Meter hoch – und Vater Shomali ist ein ziemlicher Riese. Ein kleines Mädchen schlüpft an ihm vorbei. Für Kinder hat die Tür genau die richtige Höhe.

Unsere Augen müssen sich erst mal an die Dunkelheit in der Kirche gewöhnen. Brrr, plötzlich ist es auch viel kälter als draußen. Vater Shomali spricht jetzt auch leiser. Denn an dem Ort, an dem Jesus geboren sein soll, schreit man nicht herum oder macht richtig Krach. Das sieht aber nicht jeder Besucher so – immer wieder bimmeln Handys.

Im Hauptraum der Geburtskirche gibt es riesige Säulen aus Marmor zu bestaunen. Die fühlen sich ganz speckig an, weil sie schon von Millionen Händen angefasst wurden. Zudem baumeln an der Decke üppige Kronleuchter vor einem Altar. Er gilt als das Herz der Kirche. Jeden Sonntag treffen sich dort Gläubige zum Beten.

Bei jedem Schritt über den Steinfußboden machen Vater Shomalis Schuhe klack, klack, klack. „Soll ich euch zeigen, wo der Stall gestanden hat, in dem Jesus geboren wurde?“, fragt er. „Dann müssen wir runter in die Geburtsgrotte“. Er zeigt auf eine schmale Treppe. Mit jeder Stufe hinunter wird es wärmer und stickiger. Eine Besuchergruppe aus Nigeria hat sich hier versammelt und schnattert durcheinander. Nigeria liegt in Afrika. Dass die Gruppe aus dem Land hier ist, ist kein Wunder. Schließlich ist die Geburtskirche für Christen auf der ganzen Welt ein wichtiger Ort. Ein silberner Stern in der Geburtsgrotte markiert die Stelle, an der Jesus nach seiner Geburt gelegen haben soll. Den Stern wollen alle anfassen und küssen, auch alle Kinder. Viele Gläubige beten hier und bitten um Dinge.

Zum Schluss will uns der Priester noch etwas Besonderes zeigen. Dazu führt er uns in die Sankt-Katharinen-Kirche. Die wurde direkt an die Geburtskirche gebaut. Hier beten die Katholiken. Und hier liegt in einem Glaskasten eine Figur des Jesuskindes unter den wachsamen Augen von Maria und blickt glücklich drein. „Schade, dass ihr nicht an Weihnachten hier seid“, sagt der Priester. „Da liegt Jesus nämlich direkt unten auf seinem Stern in der Geburtsgrotte“.

Weihnachten sei sowieso die schönste Zeit in der Geburtskirche, sagt er. Dann ist die Kirche richtig voll – und das Lachen und Trappeln von Kindern hallt durch die großen Räume. Dass man als Kind in Deutschland in der Kirche immer ganz still und artig sein soll, kann der Priester nicht verstehen. „Jesus ist als Kind bestimmt auch nicht immer brav gewesen“, sagt er.

Paulas Nachrichten