Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Wo die Monster und Einhörner herkommen

17.07.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Drachen speien Feuer. Einhörner verschwinden im Nebel und einäugige Riesen leben in dunklen Höhlen. Geschichten über solche Tiere sorgen für Gänsehaut und Grusel.

Heute gibt es solche Wesen nicht mehr. Aber vielleicht früher mal? Die Fachfrau Bärbel Auffermann hat sich mit diesen Fabel-Gestalten beschäftigt. Sie erzählte dpa-Nachrichten für Kinder mehr darüber.

Was finden Sie besonders spannend an den Drachen?

Ich bin Archäologin. Und ich habe selbst schon alte Knochen ausgegraben. Alte Knochen sind spannend: Man strengt seine Fantasie an und versucht herauszufinden, was das für ein Wesen war.

Genauso könnten die Geschichten über Drachen entstanden sein: Früher fanden Menschen in China und in anderen Teilen der Welt uralte Knochen. Diese Tiere lebten schon damals nicht mehr. Und so wurden wohl Geschichten über Drachen erfunden – um zu erklären, was das für Knochen waren.

Aber warum denken sich Menschen unheimliche Fantasie-Wesen aus wie einäugige Riesen, also Zyklopen?

Das hat zwei Aspekte. Zum einen gruseln sich fast alle mal. Es gibt nämlich so eine Urangst der Menschen. Fast alle haben ja irgendwann mal gemeint, sie hätten ein Monster unter dem Bett.

Und zweitens gibt es immer wirklich Dinge, die wir Menschen nicht verstehen. So war das früher: Da wurden Monster-Geschichten erfunden, die Dinge erklären sollten, die Forscher noch nicht enträtselt hatten.

Zu den Fabel-Tieren gehört das Einhorn. Muss man davor auch Angst haben?

Nein, das Einhorn ist ja gar kein Monster. Es ist ein fremdes Wesen, das für etwas Gutes steht.

Wofür steht denn das Einhorn?

Früher dachte man: Ein Einhorn hat heilende Kräfte bei Krankheiten. Sein Horn sollte magisch sein. So wurden deshalb „Hörner“ von Narwalen im Mittelalter ganz teuer verkauft. Eigentlich ist das ein langer Stoßzahn. Und der wurde als Horn vom Einhorn verkauft.

Und was denken sich die Leute heute aus?

Ja, heute sind es die Aliens. Und die zahlreichen Kino-Monster. Aber ich denke, die Außerirdischen sind am weitesten verbreitet.

Und Sie? Woran glauben Sie?

Ich gehöre eher zu den Ungläubigen. Ich glaube, dass Menschen sich gerne gruseln – und sich auch deshalb solche Dinge ausdenken. Aber ich glaube nicht, dass es die Aliens wirklich gibt.

Ein Ausstellungsmacher überprüft im Neandertal-Museum in Mettmann das Auge eines künstlichen Drachens. Dort gibt es ab Samstag die Ausstellung „Monster und Mythen“. Sie läuft bis zum 1. November. Foto: David Ebener

Paulas Nachrichten