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Wir leben auf großem Fuß

22.04.2020 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der ökologische Fußabdruck verrät uns, wie stark unsere Lebensweise die Erde belastet

Egal, was wir Menschen machen, wir verbrauchen dabei fast immer Rohstoffe und Energie. Und egal, was wir Menschen machen, sehr häufig entsteht dabei Müll.

(dpa) Wir Menschen hinterlassen ständig irgendwo unsere Spuren. Zum Beispiel Fußabdrücke im Sand, wenn wir am Strand spazieren gehen oder durch den Matsch stapfen. Wir hinterlassen aber noch einen ganz anderen Fußabdruck. Einen, den man auf den ersten Blick gar nicht richtig erkennt, aber ausrechnen kann. Es ist unser ökologischer Fußabdruck.

„Damit sind die Auswirkungen auf die Umwelt gemeint, die jeder Mensch verursacht“, erklärt der Fachmann Michael Braungart. Denn jeder von uns verbraucht Rohstoffe wie Erdöl, Holz, Pflanzen, Fleisch und Energie. „Und gleichzeitig produzieren wir eine Menge Müll und schleudern Abgase in die Luft“, erklärt der Experte weiter.

Mit dem ökologischen Fußabdruck wird berechnet, wie groß die Fläche auf der Erde ist, die wir für unsere Art zu leben verbrauchen. Der Begriff Ökologie bedeutet eigentlich: Wie hängen Lebewesen von ihrer Umwelt ab und wie beeinflusst sich alles gegenseitig. Um bestimmte Lebensmittel herstellen zu können, brauchen wir beispielsweise extrem viel Wasser. Das ist zum Beispiel bei Fleisch so. „Für ein Kilogramm Rindfleisch braucht man etwa 20 000 Liter Wasser“, verrät Michael Braungart. Mit dieser Menge könnte man mehr als 100 Badewannen füllen!

In einigen Ländern der Welt haben die Menschen einen sehr kleinen ökologischen Fußabdruck. Das ist zum Beispiel in Angola in Afrika und in Pakistan und auch Indien in Asien so. Dort verbrauchen die Menschen weniger Rohstoffe und Energie. In anderen Ländern ist der Fußabdruck dagegen riesig, zum Beispiel in Australien oder den Vereinigten Staaten von Amerika. Das gilt auch für uns in Deutschland! Für unser Leben brauchen wir viel Energie, viel Wasser, und gleichzeitig erzeugen wir eine Menge Müll, etwa mit Plastikverpackungen.

Man kann seinen ökologischen Fußabdruck aber auch verkleinern. Zum Beispiel indem man weniger Fleisch isst, weniger in den Urlaub fliegt, mehr mit der Bahn oder dem Rad fährt. Forscher wie Michael Braungart wollen aber noch einen Schritt weitergehen. „Umweltschutz bedeutet nicht, dass man einfach weniger zerstört“, sagt Michael Braungart. Er und seine Kollegen erfinden beispielsweise schlauere Produkte. Das sind dann zum Beispiel Verpackungen, die gar nicht erst Müll produzieren oder die ohne giftige Stoffe auskommen. „Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen auf der Erde, die Müll hinterlassen“, sagt er. Das müsse sich ändern.

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