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Wir brauchen in den Schulen Brückenbauer

10.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In deutschen Schulen muss es mehr türkische und arabische Lehrer geben! Diese Empfehlung haben Fachleute der deutschen Regierung gegeben. Der Berliner Politiker Özcan Mutlu macht sich schon lange dafür stark.

Er ist in der Türkei geboren, kam als Kind nach Deutschland und arbeitet für die Partei der Grünen. Er hat dpa-Nachrichten für Kinder erzählt, warum ihm diese Sache so wichtig ist.

Wie war es für Sie selbst, als Kind in eine deutsche Schule zu gehen?

„Ich hab Glück gehabt, weil ich gute Lehrer hatte. Und dann ist es ja egal, ob die deutsch oder türkisch sind. Aber es sollte keine Frage des Glücks sein, ob jemand Erfolg in der Schule hat. Es gibt in deutschen Schulen bisher kaum Lehrer, die einen Migrationshintergrund haben, die also zum Beispiel aus der Türkei oder einem arabischen Land stammen. Das muss sich dringend ändern. Denn wir brauchen diese Lehrer als Brückenbauer, die den Kindern kulturelle Brücken bauen.“

Was meinen Sie damit?

„Viele Kinder, die in die Schule kommen, sprechen wenig deutsch und sie haben eine andere Religion – zum Beispiel türkische Kinder. Wenn ein Lehrer wenig Kenntnisse darüber hat, ziehen sich die Kinder oft zurück und grenzen sich ab. Ein türkischer Lehrer spricht ihre Sprache und weiß, wie es bei ihnen zugeht, welche Feste für sie wichtig sind und so weiter. Er kann ihnen helfen, sich wohl und willkommen zu fühlen. Dann lassen sie sich auch eher auf alles Deutsche ein. In diesem Sinne baut der Lehrer eine Brücke – zwischen dem Türkischen und dem Deutschen.“

Was können diese Lehrer noch tun?

„Sie können für viele ausländische Kinder zum Vorbild werden. Sie sehen dann, dass Türken oder Araber auch Lehrer werden können – und nicht nur zum Beispiel Obsthändler. Das ist sehr, sehr wichtig, auch für deutsche Kinder.

Und die deutschen Kinder können auch viel über andere Kulturen lernen, zum Beispiel was das Zuckerfest eigentlich ist, das Muslime gerade feiern. Sie verstehen vieles besser und es ist ihnen nicht mehr fremd. Man feiert zusammen, und das ist dann ganz normal.“

Der bildungspolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Özcan Mutlu, während der ARD-Talksendung „Anne Will“. Foto: Karlheinz Schindler

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