Paulas Nachrichten

Wie wird man eine Schriftstellerin?

08.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Plötzlich schießt eine Idee in den Kopf. Es ist eine Idee für eine Geschichte. Die Geschichte kann man aufschreiben. Vielleicht wird daraus mal ein Buch? Und man selbst ist ein großer Schriftsteller und verdient viel Geld? Ganz so leicht klappt das meist nicht. Das erzählte die Schriftstellerin Juma Kliebenstein dpa- Nachrichten für Kinder. Die 36-Jährige hat ihr erstes richtiges Buch fertig: Es heißt „Tausche Schwester gegen Zimmer“. Aber vom Verkauf des Buches allein kann sie nicht leben.

Wie hat Ihre Liebe zu Büchern angefangen?

Ich habe schon mit vier Jahren lesen gelernt. Ich war im Krankenhaus. Die Schwestern im Krankenhaus hatten wenig Zeit zum Vorlesen. Und mir war langweilig . . . Ziemlich bald habe ich die ersten kleinen Geschichten aufgeschrieben, nur für mich. In der Grundschule hieß es oft am Ende der Deutschstunde: „Hat die Juma eine neue Geschichte?“ Dann durfte ich vorlesen.

Woher kommen die Ideen für die Geschichten?

Ich wache morgens auf und habe eine Hauptfigur im Kopf. Der schaue ich dann zu. Ich laufe mit ihr mit und schreibe auf, was passiert.

Von Beruf waren Sie Lehrerin. Dann haben Sie aufgehört. Warum war Schluss mit Schule?

Dort war ich verantwortlich für mehr als 100 Schüler. Das habe ich sehr ernst genommen. Also war die Vorbereitung auf den Unterricht sehr aufwendig. Ich hatte keine Zeit mehr zum Schreiben. Ich hatte den Kopf nicht frei dafür und wurde unruhig. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich entscheiden musste. Und ich habe mich fürs Schreiben entschieden.

Können Sie als neue Schriftstellerin von Ihrer Arbeit leben?

Als ich meine Lehrerinnen-Stelle aufgegeben habe, hatte ich keinen Auftrag und nichts. Auch mein Mann studiert noch. Damit war klar: Wir würden uns erst einmal von irgendwelchen Jobs ernähren müssen. Trotzdem hat mein Mann mich ermutigt: „Egal wie – wir schaffen das schon!“ Ich habe dann an einem Wettbewerb teilgenommen. Daraus ist mein erstes Buch entstanden.

Und wie geht’s weiter?

Zurzeit jobbe ich – wie mein Mann – in einem Metall verarbeitenden Betrieb. Dort verdienen wir Geld fürs Leben. Und weil ich in diesem Job mit den Händen arbeiten kann, lässt er mir den Raum, mir während der Arbeit Geschichten auszudenken. Im Moment schreibe ich an zwei neuen Geschichten. Aber was daraus wird, ist noch offen.

Interview: Eva Neumann, dpa

Schriftstellerin Juma Kliebenstein

Paulas Nachrichten

Gärtnern in der Kiste:

So legst du ein Mini-Hochbeet an

Du hast Lust auf selbst angebautes Obst und Gemüse, aber keinen Platz für ein großes Beet? Dann leg dir doch ein Mini-Beet an: in einer Holzkiste. Das passt auf jeden Balkon. Ein Gartenexperte erklärt, worauf du achten…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten