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Wie viele Namen hast du?

26.11.2020 05:30, Von Esra Ayari — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Früher bekam man oft den Namen der Großeltern oder Paten

Rufname: So sagt man oft zu dem Namen, mit dem man am häufigsten angesprochen wird. Doch viele Eltern vergeben noch mehr Namen an ihre Kinder. Warum eigentlich?

Die Jacken der Schüler hängen unter ihren Namensschildern.  Foto: Carsten Rehder/dpa
Die Jacken der Schüler hängen unter ihren Namensschildern. Foto: Carsten Rehder/dpa

Manche Menschen haben einen, manche haben zwei und andere sogar drei, vier oder noch mehr. Und zumindest den ersten davon bekommt man ziemlich oft zu hören. Weißt du, was damit gemeint ist? Die Antwort lautet: Namen!

Gabriele Rodriguez ist Namenforscherin aus der Stadt Leipzig. Sie sagt: In Deutschland trägt etwa die Hälfte aller in den vergangenen Jahren geborenen Kinder einen einzigen Vornamen. Die andere Hälfte hat zwei oder sogar noch mehr Namen.

Früher erhoffte man sich Schutz durch den Namen eines Heiligen

Wie Vornamen vergeben werden, hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Früher etwa waren die Menschen viel religiöser. Das hatte auch einen Einfluss auf die Namensvergabe. „Damals wurden Neugeborene oft in den Schutz von Heiligen gestellt“, sagt Gabriele Rodriguez. Dann bekamen sie neben dem Rufnamen oft noch einen Zweitnamen, den Namen eines Heiligen oder einer Heiligen. Bei Jungs war das zum Beispiel der Name Martin und bei Mädchen etwa Agnes.

Außerdem hatten viele Babys einen Taufpaten. Da war es üblich, dass die Kinder auch noch den Namen der Paten bekamen. So wird es auch heute noch manchmal gemacht, wenn Kinder in der Kirche getauft werden.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren änderte sich aber vieles. Die Namensvergabe wurde viel freier. Eltern suchten zum Beispiel auch häufiger Namen aus, die nichts mit der Religion zu tun hatten.

Mehrere kurze Namen und ein schöner Klang

Auch heute geben Eltern ihren Kindern gerne mehrere Namen. Das hat aber weniger mit Religion zu tun. Viele Kinder haben heute sehr kurze Namen, wie beispielsweise Finn oder Ben bei Jungen oder Mia und Marie bei Mädchen. Weil die Rufnamen so kurz sind, kriegen sie dann oft einen zweiten Namen. Wichtig für die Eltern sei dabei vor allem ein guter Klang, also dass die Namen sich zusammen schön anhören, sagt Gabriele Rodriguez.

Namen kommen auch aus anderen Ländern

Hinzu kommt heute: Jedes vierte Kind in Deutschland hat Eltern, bei denen entweder die Mutter, der Vater oder beide nicht in Deutschland geboren sind. In diesen Familien werden oft Namen vergeben, die sonst eher in anderen Ländern vorkommen. Gabriele Rodriguez kennt dazu eine eher ungewöhnliche Geschichte: In einer Familie hatte die Mutter deutsche Wurzeln und der Vater türkische. Die Eltern wollten ihrem Sohn als Zweit- und Drittnamen die Namen der beiden Großväter geben. Der eine Großvater des Kindes hieß Mohammed, der andere Franz. Weil das dann aber doch sehr lang geworden wäre, entschieden sich die Eltern für eine Kombination der Namen – und zwar: Framo.

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