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Wie überleben Fische den Winter?

22.02.2020 05:30, Von Helena Schwar — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fische bewegen sich unter dem Eis nur ganz wenig, um Energie und Luft zu sparen

Einige Vögel fliegen im Winter in den Süden, andere Tiere verkriechen sich in ihren Unterschlupf. Aber was machen eigentlich die Fische in der kalten Jahreszeit?

Wenn ein Gewässer zufriert, tauchen Fische tiefer ab.  Foto: Jan Woitas
Wenn ein Gewässer zufriert, tauchen Fische tiefer ab. Foto: Jan Woitas

HAMBURG. Das Wasser ist bitterkalt. Oder der See liegt gleich ganz unter einer Eisschicht. Wer im Winter an Wasser vorbeikommt, fragt sich manchmal: Was machen eigentlich die Fische darin bei Kälte? Schließlich können sich die Tiere keine warme Höhle bauen oder aus ihrem See abhauen und in den Süden verschwinden.

Tatsächlich verziehen sich auch Fische in einen wärmeren Bereich. Der liegt in kalten Wintern am Grund des Sees. Die meiste Zeit des Jahres ist es unten im See kühler. Aber wenn Wasser unter vier Grad Celsius abkühlt, steigt das eiskalte Wasser nach oben. „Ein Teich oder See friert von oben nach unten zu“, sagt der Tierarzt Duan Palic.

Unten ist das Wasser wärmer

Die Fische merken, wenn die Temperaturen über dem Wasser kälter werden. Dann treiben sie nach und nach auf den Grund des Gewässers. Dort ist es zwar auch kühl, aber nicht so kalt wie oben. Fische können also in zugefrorenen Gewässern überleben. Während der Teich oben einfriert, geht das Leben für sie unter der Eisschicht weiter.

„Allerdings bewegen sich die Fische in dieser Zeit nur sehr wenig, um nicht unnötig Energie zu verschwenden“, sagt Herr Palic. Denn in einem eingefrorenen See finden die Fische nicht mehr viel Futter. Sie müssen ihre Kräfte sparen, um nicht zu verhungern.

Im Winter sind Sauerstoff und Futter knapper

Fische brauchen nicht nur Nahrung, sondern auch Sauerstoff. Und der kann unter der Eisdecke knapp werden. Pflanzen produzieren Sauerstoff, allerdings brauchen sie dazu Licht. Ist die Eisdecke klar, kann die Sonne hindurchstrahlen. Dann können die Pflanzen Sauerstoff für die Lebewesen im Wasser herstellen.

Ganz so angenehm und sicher ist das Leben der Fische am Grund also nicht. Auch das Eis kann ihnen gefährlich werden. Ist der Winter sehr kalt, kann es passieren, dass das Wasser bis auf den Boden gefriert. Dann würden die Fische sterben. Damit Fischteiche nicht bis zum Boden durchgefrieren, sollten sie mindestens 1,50 Meter tief sein.

Außerdem kann man den Tieren helfen, indem man ein Loch ins Eis haut. „Einige Teiche brauchen in ganz kalten Wintern einen Eisbrecher, wie kleine Wasserpumpen oder Luftpumpen. Damit kann ein kleiner Teil der Oberfläche frei gehalten werden“, sagt Duan Palic.

Wenn die Sonne im Frühling wieder stärker strahlt, erwärmt sich das Wasser in den Seen und Teichen nach und nach. Nun können sich die Fische wieder frei bewegen – und die Zeit für den Nachwuchs ist gekommen.

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