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Wie Tarzan im Baum schwingen

10.07.2021 05:30, Von Heidemarie Pütz — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Spezialisten pflegen die Riesen in oft luftiger Höhe – Die Arbeit macht Spaß

Immer draußen sein und im Baum klettern dürfen, das klingt super. Trotzdem ist es Arbeit, wenn Baumkletterer unterwegs sind. Vor Beginn müssen sie ihre Ausrüstung genau prüfen – damit nichts passiert.

Am Klettergurt des Baumkletterers Iivo Zink hängt alles, was der Mann für seine Arbeit im Baum braucht. Dazu zählen unter anderem Handsäge, Erste-Hilfe-Päckchen, Karabiner und Kurzseil-Sicherung.  Foto: Harro H. Müller/dpa
Am Klettergurt des Baumkletterers Iivo Zink hängt alles, was der Mann für seine Arbeit im Baum braucht. Dazu zählen unter anderem Handsäge, Erste-Hilfe-Päckchen, Karabiner und Kurzseil-Sicherung. Foto: Harro H. Müller/dpa

NORDERMELDORF. Hängt er oder fliegt er? Das kann man von unten gar nicht so genau sagen, wenn Iivo Zink im Baum mächtige Äste absägt. Gerade befindet er sich in einer rund 120 Jahre alten Linde, die etwa 13 Meter hoch ist.

Gesichert ist der Mann nur mit einem Kletterseil. Iivo Zink ist von Beruf Baumkletterer und Landschaftsgärtner. Er kommt aus dem Bundesland Schleswig-Holstein. Zusammen mit seinem Team beschneidet der 36 Jahre alte Baumpfleger an diesem Tag hochgewachsene Bäume in einem Garten im Ort Nordermeldorf.

Geschwind ist Iivo Zink in die Spitze der Linde geklettert. In dem dichten Blattwerk sieht man ihn kaum. Für ihn ist es der schönste Arbeitsplatz, den er sich vorstellen kann. „Ich sehe nur Grünes um mich herum. Ich fühle mich wie ein Vogel beim Nestbau“, ruft er nach unten. Gekonnt schwingt er sich von Ast zu Ast.

Mit einer scharfen Handsäge schneidet Iivo Zink kleine Äste ab und holt abgestorbenes Holz heraus. Auch große ausladende Äste türmen sich bald am Boden. Sicher arbeitet er sich von der Baumkrone über feines Geäst bis nach unten.

Iivo Zink trägt einen Helm, eine Schutzbrille und spezielle Kletterschuhe. An seinem gut gepolsterten Klettergurt hängt alles, was er zum Arbeiten braucht. Das sind unter anderem eine Handsäge, eine Kurzseil-Sicherung, verschiedene Karabiner-Haken, ein Metall-Achter zum Abseilen und eine Erste-Hilfe-Box. Alles muss in Ordnung sein, damit in der Höhe kein Unfall passiert.

Während Iivo Zink arbeitet, schaut ein Mädchen zu. „Die machen die Bäume kaputt“, ruft das Kind. Doch das stimmt nicht. Ziel der Baumpfleger ist die Sicherheit. Sie sorgen dafür, dass etwa keine toten oder kranken Äste abbrechen und jemandem auf den Kopf fallen.

„Bäume werden eigentlich nur da beschnitten, wo sich Menschen bewegen“, sagt Peter Rammes von der Deutschen Baumpflege-Gesellschaft. Auch Iivo Zink ist die Pflege des Baums wichtig. „Alle wollen klettern“, sagt er. „Das bringt auch Spaß. Aber bei uns liegt der Schwerpunkt auf der Pflege des Baumes.“

Später hängen Iivo Zink und sein Mitarbeiter Benjamin Ruppert in einer fast 25 Meter hohen Esche. „Das A und O ist zu wissen, wo man sein Seil verankert“, erklärt Iivo Zink. Zuvor hatte sein Mitarbeiter vom Boden aus mit einem Wurfseil das Kletterseil in der höchsten Astgabel befestigt. Mit sogenannten Fußsteigklemmen an den Schuhen konnte er dann am Seil fast wie auf einer Treppe in den Baum aufsteigen. Nun ist das Kreischen der Motorsäge zu hören.

Am Boden schleppen die Mitarbeiter Torben Schrader und Julian Morka alle Äste zu einem Häcksler. Die Maschine schreddert alles klein. Julian Morka ist noch in der Ausbildung. Sein Ziel? Der 19-Jährige will später auch als Baumkletterer „wie Tarzan im Baum schwingen“.

Baumkletterer Iivo Zink hat in seinem Beruf schon viel erlebt. Er sei sogar mal mit einem Affen verwechselt worden, erzählt er. Damals sollte er mit drei Kollegen etliche Bäume in einem Zoo beschneiden. Dafür kletterten die vier Männer in die Bäume.

Nicht weit vom Zoo entfernt werkelten Arbeiter in einem Hochhaus. Sie sahen aus der Ferne, dass sich in den Bäumen des Zoos etwas bewegt. Die Arbeiter dachten, es seien Affen. Sie sagten im Zoo Bescheid, dass wohl Affen ausgebrochen seien und in den Bäumen kletterten. Daraufhin kamen vier Zoowärter mit sehr großen Keschern und wollten die Tiere einfangen. Das Gelächter war riesig, als sie statt ausgebüxter Affen vier Baumkletterer vorfanden.

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