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Wie nenn. ich dich? - Manfred Gotta erfindet neue Namen

14.08.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eltern grübeln oft lange, wie sie ihre Kinder nennen. Seinen Namen hat man schließlich ein Leben lang. Auch wer etwas verkaufen will, wünscht sich gute Namen für seine Waren. Dafür braucht man oft auch eine gute Idee. Firmen, denen selbst nichts einfällt, können sich dafür Hilfe holen. Zum Beispiel von Manfred Gotta. Er ist ein Namens-Spezialist. In Forbach im Schwarzwald in Forbach hat Manfred Gotta sein Büro. Er hat sich zum Beispiel so bekannte Auto-Namen wie „Smart“ und „Twingo“ ausgedacht, oder auch „Megaperls“ für Waschmittel. Im Interview mit dpa-Nachrichten für Kinder erklärt er, woran man gute Namen erkennt – und wie man sie erfindet.

nWann ist ein Name für ein Produkt gut?

„Einen guten Namen erkennt man daran, dass er irgendwann nur noch ein einziges Produkt kennzeichnet. Wenn ich Twingo sage, würde niemand auf der Welt denken: ,Das ist eine Käsesorte‘ Aber auch das Produkt muss gut sein. Denn das kann man nicht trennen: Ein guter Name macht ein schlechtes Produkt nicht besser.“

nKann man es lernen, Namen zu erfinden?

„Einiges kann man lernen. Man kann zum Beispiel Marketing lernen, also wie der Verkauf eines Produkts funktioniert. Oder rechtliche Grundlagen für den Beruf. Was man aber nicht lernen kann, ist Kreativität. Das habe ich auch erst mit 38 Jahren festgestellt, dass ich die habe.“

nWie geht das Erfinden von Namen denn nun genau?

„Zuerst fahre ich zum Kunden, also zu der Firma, die für ihr Produkt einen Namen sucht. Die Mitarbeiter dort erzählen mir, was die Eigenschaften des Produkts sind und wer es kaufen soll. Dann schaue ich mir das Produkt genau an. Manche Autos sehen aus, als ob sie grinsen zum Beispiel, haben Ohren, einen Hintern. Dann fangen meine Mitarbeiter und ich an, uns Namen auszudenken. Bei den besten Vorschlägen wird geschaut, ob die schon für ein anderes Produkt verwendet werden, oder ob sie in einer anderen Sprache eine Bedeutung haben.“

nUnd wie geht es danach weiter mit der Namensgebung?

„Die Namen, die noch übrig bleiben, visualisieren wir. Das heißt, wir setzen sie am Computer zum Beispiel auf die Rückseite des Autos. Dann sehen die Leute Form und Namen zusammen und können mit Kopf und Herz fühlen, ob ihnen das gefällt. Wie das Ausdenken der Namen genau geht, ist schwierig zu beantworten. Das ist, als wenn man einen Maler fragt, wieso er bei einem Bild das Blau so schön gemalt hat.“

Interview: Christian Fahrenbach, dpa

Namenserfinder Manfred Gotta zeigt Zeichnungen mit den Namen der von ihm benannten Fahrzeuge. Foto: Rolf Haid

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