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Wie ein Schulbuch entsteht

21.08.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mal ehrlich, wer liest schon begeistert Schulbücher? Schließlich sind sie zum Pauken und Büffeln gedacht. Christiane Kallenbach aber findet die Bücher bunt und spannend. „Schulbücher sind keine trockene Angelegenheit“, sagt die 43-Jährige. Christiane Kallenbach arbeitet nämlich beim Schulbuchverlag Cornelsen in Berlin.

Zusammen mit ihren Kollegen entwickelt sie Englischbücher. Am Eingang des großen Gebäudes aus rotem Backstein steht eine Tafel mit den Worten: „Willkommen in der Welt des Lernens“. Na, dann mal rein!

In der vierten Etage ist das Büro von Christiane Kallenbach. Sie sitzt an ihrem Schreibtisch. Vor ihr liegen Zettel mit Texten und Feldern für Bilder. An den Zettelrand schreibt Kallenbach, was sie gut findet, und was noch besser werden muss. Und aus diesen Zetteln wird einmal ein Schulbuch.

Das ist richtige Gruppenarbeit. 25 Mitarbeiter werken in der Gruppe für Englischbücher bei Cornelsen. Hinzu kommen noch zahlreiche Berater, Zeichner und Autoren. Sie sind so etwas wie Schriftsteller und schreiben Geschichten. In der Buchreihe „English G“ zum Beispiel wird von fünf Mädchen und Jungen erzählt, die an eine englische Schule gehen. „Diese Schüler sind unsere Brücke in die englischsprachige Welt“, sagt Kallenbach. Die Schüler machen Sport und erzählen von kleinen Problemen – natürlich auf Englisch.

Damit auch alles echt aussieht, kommen dazu Fotos von Schülern aus der englischen Stadt Bristol. Zeichner entwerfen außerdem Figuren. Denn wichtig ist bei Schulbüchern auch das Aussehen – das sogenannte Design. „Es darf nicht zu viel Text auf einer Seite stehen“, sagt Design-Chefin Christine Holk. Sonst lesen die Schüler das Buch ungern und lernen weniger.

Am Ende landet alles bei Druckermeister Frank Leyder. An riesigen Druckmaschinen macht er aus den Computer-Dateien ein Buch. Wenn die Blätter geschnitten und zu Büchern gebunden sind, ist Christiane Kallenbach gut gelaunt: „Es ist ein wunderschöner Tag, wenn dann ein Buch zwischen zwei Buchdeckeln zurückkommt.“

Der Druckermeister Frank Leyder nimmt einen Papierbogen, der mit dem Lesebuch „Tobi Fibel“ bedruckt ist, genau unter die Lupe, aufgenommen in der Cornelsen-Druckerei in Berlin-Reinickendorf. Danach heißt es nur noch Schneiden und Einbinden, und fertig ist das Schulbuch! Foto: Wolf von Dewitz

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