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„Wie ein farbiger Film in meinem Kopf“

26.03.2021 05:30, Von Antje Ehmann — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eine Illustratorin von Kinderbüchern erzählt von ihrem spannenden Beruf

Katja Gehrmann malt und zeichnet Bilder für Kinderbücher. Schon als Kind vertrieb sie sich mit kleinen Zeichnungen die Zeit. Die Illustratorin kann viel über ihren Beruf erzählen.

Die Illustratorin Katja Gehrmann malt und zeichnet Bilder für Kinderbücher. Das obere Bild stammt aus ihrem Buch „Stadtbär“.  Fotos: Moritz Verlag
Die Illustratorin Katja Gehrmann malt und zeichnet Bilder für Kinderbücher. Das obere Bild stammt aus ihrem Buch „Stadtbär“. Fotos: Moritz Verlag

Viele Kinder malen und zeichnen gern. Daraus kann dann später als Erwachsener sogar ein Beruf werden. Illustrator oder Illustratorin heißt das dann. Katja Gehrmann hat sich für diesen Beruf entschieden. Die Illustratorin lebt und arbeitet in Hamburg. Sie gestaltet erfolgreich Kinderbücher. Den dpa-Nachrichten für Kinder erzählt sie von ihrer Arbeit.

Frau Gehrmann, was genau macht eine Illustratorin?

Ich male und zeichne Bilder für Kinderbücher. Das sind Illustrationen, die Bilder zu erfundenen Geschichten zeigen und die Fantasie anregen sollen. Zuerst sammle ich Ideen und schaue mir Orte und Dinge an, die für das jeweilige Thema wichtig sind. Diese zeichne ich dann möglichst genau und versuche sie zu verstehen.

Dann lege ich diese Zeichnungen beiseite und versuche, mich in die Geschichte hineinzuversetzen. Da entstehen zuerst oft Kritzeleien. Aber in dem ungenauen Gekritzel sehe ich plötzlich etwas Spannendes. Wenn es gut läuft, komme ich in den Text rein und alles läuft wie ein farbiger Film in meinem Kopf ab.

Haben Sie schon als Kind gerne gemalt oder gezeichnet?

Ich erinnere mich, dass ich oft Stifte geschenkt bekommen habe. Aquarellfarben und anderes Material, das ich dann immer gerne ausprobiert habe. Schon damals habe ich mir mit kleinen Zeichnungen die Zeit vertrieben und eine Kinderzeitschrift gemacht. Mit Freunden habe ich mir auch Theaterstücke ausgedacht und mit 16 Jahren dann auch einen richtigen Malkurs besucht.

Wie kommen Ihnen die Ideen zu den Bildern einer Geschichte?

Die Bildideen entstehen langsam auf dem Papier. Während ich zeichne, kommen mir die besten Ideen. Manchmal habe ich vorher zwar schon Bilder im Kopf.

Aber wenn ich sie aufzeichne, sind sie oft nicht mehr so toll. Spannend finde ich es, Dinge oder Szenen zu zeichnen, die in der Geschichte nebenbei passieren könnten oder die einen anderen Blickwinkel zeigen. Noch mal genau das zu malen, was im Text beschrieben wird, finde ich eher langweilig.

Was macht Ihnen an der Arbeit am meisten Spaß?

Es ist einfach toll, wenn man mitten in einem Projekt ist, alles fließt und man in einer Art Malrausch ist. Das ist so ein schönes Gefühl!

Was raten Sie Kindern, die selbst gerne malen und das als Berufswunsch haben?

Sie sollen auf jeden Fall selbst etwas machen. Eigene kleine Bücher malen und sich auch mit Geschichten auseinandersetzen.

Denn wenn man sich vorstellen kann, auch selbst Autorin zu sein, ist man unabhängiger. Also einfach viel malen und zeichnen, Spaß daran haben und vor allem nicht aufgeben. Auf lange Sicht ist es wichtig, seinen eigenen Stil zu finden und dazu zu stehen. Dann wird es eigen und besonders!

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