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Wie Dino-Knochen ins Museum kommen

25.01.2021 05:30, Von Birk Grüling — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die versteinerten Funde kommen komplett ins Museum und werden dort freigelegt

Dinosaurier-Skelette kennen wir aus Museen. Doch wie gelangen eigentlich die Millionen Jahre alten Funde vom Fundort in die Ausstellungen? Ein Forscher berichtet.

Hamburg: Ein Dinosaurier-Skelett, solche Skelette sind viele Millionen Jahre alt.  Foto: Universität Hamburg
Hamburg: Ein Dinosaurier-Skelett, solche Skelette sind viele Millionen Jahre alt. Foto: Universität Hamburg

Emanuel Tschopp hat eine besondere Aufgabe: Der Forscher von der Uni Hamburg ist Hüter einer Dinosaurier-Gruppe. Vor etwa 150 Millionen Jahren durchstreiften die vier Langhalssaurier ein Gebiet der heutigen USA. Sie sind vermutlich eng verwandt mit bekannten Langhälsen wie Brontosaurus und Diplodocus.

Die Dinos müssen prächtig ausgesehen haben. Die größten Tiere waren 15 Meter lang, hatten einen langgestreckten Hals, einen dünnen Schwanz und kräftige Beine.

Davon sieht man im Moment nur wenig. Ihre versteinerten Überreste warten in einem Lagerraum auf ihre Ausstellung in einem neuen Naturkundemuseum.

Jeder Knochen hat ein eigenes Bett aus Schaumstoff, gut verpackt in Holzkisten, mit Alarmanlagen vor Diebstahl gesichert. Nur Emanuel Tschopp und seine Kollegen schauen regelmäßig in die Kisten, um mehr über das Leben der Dinos zu erfahren.

In Wyoming im Westen der USA werden viele Dinos gefunden

Die vier Langhalssaurier starben vor etwa 150 Millionen Jahren. Ihre Skelette wurden 2009 entdeckt und zwar im Bundesstaat Wyoming, im Westen der USA. Das Gebiet ist ein toller Ort für Dino-Forscher. Hier finden sie regelmäßig Überreste von Tyrannosaurus Rex, Triceratops und eben zahlreichen Langhalssauriern.

Freigelegt wurden die Knochen der vier Dinos mit Harke, Schaufeln, kleinen Meißeln, Messern und Pinsel. Dabei müssen die Ausgräber sehr vorsichtig sein.

Nach Millionen Jahren im Stein sind die Dino-Knochen sehr empfindlich. „Wir lassen möglichst viel Gestein um die Knochen. Das spart Zeit und schützt die Fossilien“, erklärt Emanuel Tschopp.

Im Labor beginnt dann die Feinarbeit. Mit Kratzern, Schabern und anderen Geräten werden die Knochen vom Gestein befreit. Diese Arbeit dauert oft viele Monate. Die Knochen in Hamburg sind längst sauber. So kann sich Emanuel Tschopp auf ihre Untersuchung konzentrieren.

Die Saurier waren wahrscheinlich als Herde unterwegs

„Es könnte sein, dass die Langhalssaurier als Herde unterwegs waren“, sagt er. Doch um noch mehr über die Dinosaurier herauszufinden, untersuchen die Forscher jeden Knochen ganz genau. Zum Beispiel durchleuchten sie die versteinerten Überreste mit einem Computer-Tomographen, wie er sonst im Krankenhaus benutzt wird.

So können sie das Alter der Tiere bestimmen oder herausfinden, wovon sie sich ernährten.

Allein auf Knochen und Computer will sich Emanuel Tschopp aber nicht verlassen.

Nach dem Ende der Corona-Pandemie wird er selbst in die USA reisen und dort die Fundstelle untersuchen. So hofft er, noch mehr über ihr Leben zu erfahren und vielleicht noch den einen oder anderen Artgenossen zu entdecken.

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